Sieht eine Bestätigung für seine Arbeit: Stadtverordnetenvorsteher Kai Widauer (CDU) ist in einem neuen Anlauf mit großer Mehrheit gewählt worden. Das hatte bei seiner ersten Wahl vor zwei Jahren anders ausgesehen. FOTO: KS
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Sieht eine Bestätigung für seine Arbeit: Stadtverordnetenvorsteher Kai Widauer (CDU) ist in einem neuen Anlauf mit großer Mehrheit gewählt worden. Das hatte bei seiner ersten Wahl vor zwei Jahren anders ausgesehen. FOTO: KS

Mehrheit für alten neuen Vorsteher

  • Kerstin Schneider
    vonKerstin Schneider
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Das Ergebnis dürfte er als Rückenstärkung sehen: Kai Widauer (CDU) ist nach Querelen und einem Gerichtsurteil am Montagabend erneut zum Stadtverordnetenvorsteher in Homberg gewählt worden. Im Gegensatz zur ersten Wahl stimmte diesmal eine große Mehrheit der Stadt- verordneten für ihn. Dabei hatte es zunächst so ausgesehen, als würde es keine Wahl geben.

Nachdem das Verwaltungsgericht die Wahl von 2018 als ungültig erklärt hatte, mussten die Stadtverordneten erneut an die Urne. Allerdings gestaltete sich die Wahl erneut aus formalen Gründen hürdenreich. So erklärte Jutta Stumpf (Demokratisches Bürgerforum Homberg/Ohm), es habe keine ordnungsgemäße Einladung gegeben, die Frist zwischen Antragstellung und Termin sei zu kurz gewesen. Es habe zudem nicht die Möglichkeit für die Stadtverordneten gegeben, Anträge zu stellen. Zudem hätte nicht die Bürgermeisterin als Antragstellerin auftauchen dürfen.

Bürgermeisterin Claudia Blum führt dies auf einen technischen "Fehler im System" zurück, hier habe man keine andere Möglichkeit gehabt. "Es war kein Antrag von mir, aber es musste ein Antragsteller angegeben werden." Man werde das Problem mit dem Rechenzentrum zu lösen versuchen. Ebenfalls monierte Stumpf, die Stadtverordneten hätten keine Gelegenheit gehabt, zum Urteil des Verwaltungsgerichts mit rund 2900 Seiten Stellung zu nehmen. Dagmar Bisanz (CDU) reagierte merklich sauer, als sie Stumpf fragte, "ob Sie auch diese Sitzung beklagen wollen? Wollen Sie wirklich, dass nichts in Homberg vorankommt?" Sie fragte auch, ob nicht die Stadtverordneten überlegen sollten, in Berufung zu gehen, weil der Kläger "Erich Hisserich" genannt werde, was offensichtlich falsch sei. Bisanz: "Dann könnten wir auch mal kleinlich sein."

Schließlich ging es auch darum, ob die Kläger Stumpf und Hisserich sowie Stadtverordnetenvorsteher Kai Widauer im Widerstreit der Interessen waren und den Saal verlassen müssten. Eckhard Hisserich verließ den Saal unter Ankündigung, dass er sich weitere Schritte vorbehalte.

Nach einer Unterbrechung hieß es, alle drei Beteiligten sollten den Saal verlassen. Stumpf ließ zunächst darüber abstimmen, ob sie sich im Widerstreit der Interessen befinde, was eine Mehrheit der Stadtverordneten bejahte. Die Frage, ob man gegen das Verwaltungsgerichtsurteil Berufung einlegen soll, wurde nun diskutiert.

"Es ändert nichts, wir begeben uns nur in das gleiche Klein-Klein," so Michael Krebühl (FW). "Wir können tun, was wir wollen, es wird geklagt", sagte Norbert Reinhardt (CDU), der von einer "Granatensauerei" sprach, was er nach der ersten Wahl Widauers vernommen habe. Es sei kein Wunder, dass "so viele Kommunalpolitiker hinwerfen". Mittlerweile bräuchte man für jede Sitzung einen Rechtsbeistand, so Reinhardt.

Da auch der Städte- und Gemeindebund für den Fall einer Berufung geringe Erfolgsaussichten vorhergesagt hatte, verzichteten die Stadtverordneten einstimmig darauf. Nachdem Kai Widauer seinen Rücktritt als Stadtverordnetenvorsteher bekannt gegeben hatte, sagte Stumpf als stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin, sie sehe sich nicht in der Lage, die Wahl zu leiten, weil sie sich nicht habe vorbereiten können.

Dr. Claus Gunkel (SPD) leitete die geheime Wahl. Auf den einzigen Kandidaten Widauer entfielen von 26 Anwesenden 22 Jastimmen, es gab zwei Enthaltungen und zwei ungültige Stimmen. Widauer zeigte sich vom Ergebnis überwältigt, denn beim ersten Mal war er nur mit einem äußerst knappen Ergebnis ins Amt gekommen: "Das Ergebnis jetzt zeigt mir, dass ich den Job nicht so schlecht gemacht haben kann." Er wünsche sich, künftig zum Wohl der Stadt zu konstruktiven Ergebnissen zu kommen.

Bürgermeisterin Claudia Blum gratulierte und sagte an die Adresse der neuen Fraktion, diese solle "die destruktive juristische Rechthaberei aufgeben".

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