Karstadt-Parkhaus

Mehr Komfort, aber 100 Parkplätze weniger

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft ist das Karstadt-Parkhaus auf allen Ebenen wieder geöffnet. Alles soll komfortabler und geräumiger werden, doch dafür gibt es viel weniger Parkplätze.

Es ist geschafft«. Mit hörbarere Erleichterung verkündet Lothar Schmidt am Mittwoch den Abschluss der Sanierungsarbeiten am Karstadt-Parkhaus. Damit ist das zwölfstöckige Bauwerk an der Westanlage pünktlich zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts wieder komplett für Kunden und andere Nutzer geöffnet. Vor allem für die Anlieger sei der Abschluss der Arbeiten eine Erleichterung, sagt der Geschäftsführer. »Für die Belästigungen durch Baulärm bitte ich noch einmal ausdrücklich um Entschuldigung«, betont Schmidt, stellt aber zugleich klar, dass im Zuge der Sanierung alle Auflagen eingehalten worden seien.

Auf Einzelheiten des Sanierungsprojekts geht Eberhard Schott ein. Der Bereichsleiter Technik und Facility Management der Essener Konzernzentrale bekräftigt zunächst, dass mit den Arbeiten am Parkhaus die größte bauliche Einzelmaßnahme der vergangenen zwei Jahre deutschlandweit in Angriff genommen worden sei. »Gießen ist für uns ein zukunftsträchtiger Standort«, erklärt Schott und verweist auch auf die millionenschwere Investition in neue Rolltreppen im Frühjahr 2017.

Die Kosten für die Sanierung liegen »im hohen einstelligen Millionenbereich«, sagt Schott. Dass damit sowohl der ursprünglich anvisierte Kostenrahmen von sieben Millionen Euro als auch die geplante Bauzeit um eineinhalb Jahre überschritten wurden, führt der Technikchef des Konzerns auf das Ausmaß der Schäden zurück, das sich nach der Untersuchung von Decken und Wänden ergeben hatte. »Man muss erst mal in den Beton reinschauen bevor man erkennt, was alles gemacht werden muss.« Bei einer Inspektion Anfang 2016 habe man festgestellt, dass Beton und Bewehrung »stark angegriffen«» gewesen seien. Das Eisen im Beton sei durch Chloride regelrecht »zerfressen« worden. »Beton ohne Eisen ist nicht standsicher«, sagt Schott. Durch den Rostfraß sei eine kritische Situation entstanden, »eine echte Gefährdung gab es aber nie«.

Karstadt habe dann ein Sanierungskonzept entwickelt, wie man das Eisen freilegen und von Rost befreien kann. Mit dem Hochdruckwasserstrahlverfahren sei man der Korrosion zu Leibe gerückt. Damit einher ging allerdings ein hoher Pfeifton. »Eine Zumutung für Anwohner, Mitarbeiter und Kunden«, räumt Schott ein. Aber auch eine wirksame Maßnahme gegen Rost, die dauerhaft greifen soll. Damit Rostfraß auch in Zukunft keine Chance hat, habe man das System des Kathodischen Korrosionsschutzes (KKS) angewandt. Dabei wird in den Stützpfeilern des Parkhauses eine elektrische Spannung von unter einem Volt erzeugt, durch die verhindert wird, dass das Eisen im Beton rostet.

Nach Abschluss der Arbeiten bietet das Parkhaus jetzt 439 Parkplätze, 256 Stellflächen gibt es auf den Parkdecks 13 und 14, so dass insgesamt 695 Plätze und damit rund 100 weniger als vor der Baumaßnahme zur Verfügung stehen. »Die Parkflächen sind deutlich komfortabler angelegt«, verdeutlicht Schmidt, dass man mit der Gestaltung der Parkbuchten der Tatsache Rechnung getragen hat, dass Autos heutzutage deutlich breiter sind als vor 20 oder 30 Jahren. Momentan gibt es allerdings noch keine Markierung für die Stellflächen. Die wird erst bei wärmerer Witterung im Frühjahr angebracht. Schon jetzt ist das Parkhaus aber komplett mit einem neuen Belag sowie LED-Beleuchtung und Bewegungsmeldern versehen. Geschäftsführer Schmidt ist nicht nur froh über den Abschluss der Arbeiten, er sieht darin auch ein »klares Signal für den Standort«.

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