Bei der Verabschiedung stehen zusammen (v. l.) das Ehepaar Schmidt, Erwin Siefkes sowie Joachim Wolf und Irmtraud Pfeil. FOTO: SF
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Bei der Verabschiedung stehen zusammen (v. l.) das Ehepaar Schmidt, Erwin Siefkes sowie Joachim Wolf und Irmtraud Pfeil. FOTO: SF

Matthias Schmidt verabschiedet

  • vonJutta Schuett-Frank
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Mücke-Sellnrod(sf). Seit 2014 war Matthias Schmidt als hauptamtlicher Gemeinschaftspastor in der evangelischen Chrischona-Gemeinde im Bezirk Mücke und Ulrichstein aktiv. Nun endete kürzlich der Gemeindedienst, die Familie wechselt in ein völlig neues Arbeitsfeld nach Kambodscha.

Bedingt durch Corona musste die Verabschiedung von Schmidt vom Juli auf September verschoben werden. Unter freiem Himmel, mit großem Abstand auf Bänken sitzend, fand sie auf dem Sportplatz in Sellnrod statt. Das Wetter passte hervorragend, und Peter Horst führte durch das Programm. Musikalisch begleitete der Posaunenchor der Chrischona-Gemeinschaft unter der Leitung von Mirko Momberger aus Unter-Seibertenrod das Fest.

Auch das Musik-Team setzte mit einigen Liedern Akzente. Moderator Peter Horst stellte fest, dass man die Wirkung des Ehepaares Schmidt nicht mit Bildern dokumentieren könne. Als Matthias Schmidt seinerzeit vor sechs Jahren in den Bezirk Mücke und Ulrichstein gekommen sei, habe man sofort gemerkt, dass er "ein ganz pfiffiges Kerlchen sei".

"Hier habe ich eine Heimat gefunden. Aufgewachsen bin ich in Hagen, und in der Jugend habe ich verschiedentlich Aufenthalte in Hessen gehabt. Die Landschaft mit ihren Hügeln schenkte mir Heimat", berichtete Matthias Schmidt. Der Kontakt zu allen Menschen im Dorf war ihm durch sein warmherziges Wesen sofort gelungen, und beim Sportverein Sellnrod war er aktiver Fußballer und schoss bei der Spielgemeinschaft Groß-Eichen/Sellnrod Tore. Die Sellnröder Vereine wie die freiwillige Feuerwehr mit Gustav Emrich und Jan Lutz, der örtliche Gesangverein mit Karin Emrich und Hannelore Keilholz sowie von der Jagdgenossenschaft und dem Kultur-Treff Jutta Schütt-Frank übermittelten zum Abschied Worte an Familie Schmidt. Es wurden auch Geschenke überreicht, von einer Statue des "Heiligen Florian" bis zum bedruckten Shirt mit "Du hast Spuren hinterlassen".

Pfarrerin Ingrid Volkhardt-Sandori, Pfarrer Markus Witznick und Dr. Detlef Metz sowie Florian Kossmann von der christlichen Versammlung bescheinigten Schmidt "eine Offenheit, die jeden überzeugte". Björn Zymna von der Stadtmission Grünberg beschrieb Matthias Schmidt als "barmherzig, bindend, mit einer positiven Lebenseinstellung, geduldig, zielstrebig und mit Rückgrat". Kambodscha sei eine Herausforderung, die Schmidt aber mit Gottes Hilfe meistern werde, sagte Andreas Betschart, der nun eine halbe Stelle im Mücker Bezirk bei der Chrischona-Gemeinschaft wahrnimmt. Betschart ist verheiratet und hat die andere halbe Stelle bei der Stadtmission in Schotten inne.

In seiner letzten Predigt erinnerte Matthias Schmidt an die gute Zeit in Sellnrod. In den sechs Jahren sind die beiden Kinder Jolien und Lotta geboren worden. Auch wurde die Familie wertgeschätzt und in der Dorfgemeinschaft gut aufgenommen.

Schon vor 15 Jahren, so erinnerte Matthias Schmidt, habe er die Berufung verspürt, nach Asien zu gehen. Nun sei es Ende des Jahres so weit. Kambodscha sei ein Land der Hochkultur gewesen, aber auch ein Land mit vielen Wunden. Mit "Machts goud in Mücke und Umgebung" verabschiedete sich Matthias Schmidt.

Joachim König von der OMF schenkte Schmidt ein Notebook und erinnerte daran, dass im Gemeindehaus in Sellnrod noch ein "Mitnehm-Flohmarkt" ist, denn Familie Schmidt will nur mit 42 Kilogramm nach Kambodscha reisen.

Statt Kaffee und Kuchen gab es dann abgepackte Süßigkeiten und kalte Getränke, dies war der Corona-Situation geschuldet. Die Ausreise von Jasmin und Matthias Schmidt mit Lotta und Jolien ist für Dezember geplant.

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