Traumhafte Seelage kombiniert mit Alpenpanorama

Romrod (ski). Wohlbehalten und voller neuer Eindrücke kehrten dieser Tage die Teilnehmer der Reisegruppe des DRK Romrod von ihrer einwöchigen Reise an den Comer See zurück.

Romrod (ski). Wohlbehalten und voller neuer Eindrücke kehrten dieser Tage die Teilnehmer der Reisegruppe des DRK Romrod von ihrer einwöchigen Reise an den Comer See zurück. 33 Personen war in Romrodmit einem Reisebus über die A5 in Richtung Italien gestartet. Ziel war Tremezzo am Comer See, wo die Reisegruppe am frühen Abend eintraf. Das Hotel Bazzoni war für die nächsten Tage Domizil und Ausgangspunkt für die Tagestouren. Der Comer See, von den Einheimischen auch Lario genannt, ist 146 Quadratkilometer groß, 51 km lang und an der breitesten Stelle 4,2 km breit. Damit ist er nach Gardasee und Lago Maggiore gemessen an der Wasserfläche der drittgrößte See Italiens.

Mit einer durch seine charakteristische Form bedingten Uferlinie von 170 km übertrifft er die beiden vorgenannten Seen in diesem Punkt. Die maximale Tiefe des Comer Sees beträgt 425 Meter. Der Lago di Como ist einer der schönsten oberitalienischen Seen. Er liegt in der Lombardei und bietet für jeden Urlaubsgeschmack ein besonderes Angebot.

Seine charakteristische umgedrehte Y-Form gliedert sich in vier Bereiche: Alto Lario im Norden, Centro Lago in der Mitte, Lecco im Südosten und Como im Südwesten. Der Comer See bietet eine Symbiose aus traumhafter Seelandschaft, atemberaubenden Bergen und mediterranem Flair. Die Verbindung von fast hochalpiner Landschaft, der mediterranen Pflanzenwelt an den Ufern und die bis hoch an den Berg gebauten Siedlungen findet am Lago di Como besonderen Gefallen.

Gerade im Frühling wird dieser Kontrast deutlich: während auf den Bergen der Umgebung Schnee liegt, findet unten an den Sonnen verwöhnten Uferbereichen ein wahres Farbfeuerwerk statt. Kamelien und Azaleen, von gut betuchten Eigentümern in den Gärten ihrer Villen gepflanzt, blühen um die Wette. Auch Ausstellungen in der Villa Carlotta in Tremezzo zu Ehren dieser farbenfrohen Pflanzen, locken schon im Februar die ersten Besucher an den See. Villen sind für viele Besucher der Hauptanziehungspunkt des Comer Sees. Viele davon brillieren mit schön angelegten Parkanlagen und Pflanzen aus aller Herren Länder.

Der erste Ausflugstag führte die Reisegruppe nach Como und rund um den See bis nach Bellagio, der "Perle" des Comer Sees. Como hat rund 84 000 Einwohner. Seit 1960 besteht eine Städtepartnerschaft mit Fulda. Comos Wirtschaftsleben basiert hauptsächlich auf Tourismus und Industrie. Die Stadt besitzt unter anderem eine weltbekannte Seiden-Manufaktur. Como hat selbst im Hochsommer meist ein angenehmes Wetter, weil starke Fallwinde ähnlich dem Bora den Ort kühlen. Mit dem Bau der Kathedrale wurde 1396 begonnen, die Fassade stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Das ist die Zeit, als eigentlich schon die Renaissance begonnen hatte. Aber die Fassade hat noch deutlich gotische Züge. Das liegt u. a. daran, dass Norditalien in viel höherem Maße unter dem deutschen Einfluss des nördlichen Reiches stand als andere Regionen Italiens.

Einer der bekanntesten Söhne Comos ist (1745-1827) Alessandro Volta. Der italienische Naturwissenschaftler und Physiker gilt als einer der Begründer der Elektrizitätslehre. Seine größte und erfolgreichste Erfindung war jedoch die um 1800 konstruierte "Voltasche Säule", die erste funktionierende Batterie.

Bellagio ist eine Gemeinde mit 3033 Einwohnern am Comer See. Der Ort gehört zur Provinz Como und ist bekannt für die malerische Lage mit Blick auf die Alpen an der Spitze der Halbinsel, die die zwei südlichen Arme des Sees trennt. In der dortigen Villa Serbelloni hat das Bellagio-Center der Rockefeller-Stiftung ihren Sitz. Seit Jahrhunderten ist der Ort immer wieder Anziehungspunkt für Prominenz. Belegt sind unter anderem Besuche von John F. Kennedy, Charlie Chaplin oder Konrad Adenauer. Die Universitäts-, Kongress- und Kulturstadt Lugano war das Ziel des zweiten Tagesausflugs der Reisegruppe. Lugano ist heute der drittgrößte Finanzplatz sowie die achtgrößte Stadt der Schweiz. Die dritte Tagestour führte in die Weltstadt Mailand. Die - heute unterirdisch - auch in großen Teilen der Innenstadt verlaufenden Schifffahrtskanäle (die unter Mitwirkung von Leonardo da Vinci entworfenen Navigli) verbinden die Stadt mit den oberitalienischen Seen und den lombardischen Flüssen und waren bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts von maßgeblicher Bedeutung für die Mailänder Wirtschaft. Mailand ist das Zentrum Italiens, was Wirtschaft, Mode, Design und Medien betrifft. Innerhalb der amtlichen Stadtgrenzen hat Mailand rund 1,3 Millionen Einwohner, in der Provinz sind es etwa 4,8 Millionen.

Die Stadt mit dem weltberühmten Dom, der Mailänder Scala und den bekannten Shopping-Zentren pflegt seit 1970 eine Städtepartnerschaft mit Frankfurt am Main. Der Dom ist eines der berühmtesten Bauwerke und Europas. Er zählt zu den größten Kirchen der Welt. Die hohen, farbenprächtigen Glasfenster gehören zu den größten der Welt und stellen eine Sehenswürdigkeit für sich dar. Der Dom wurde Ende des 14. Jahrhunderts begonnen und erst 1858 ganz fertiggestellt. Das durch den hellen Marmor und die knapp 4000 Statuen einmalige Bauwerk wurde 1572 geweiht. Der Stil ist gotisch und stellt damit innerhalb der italienischen Architektur eine Ausnahme dar. Allerdings ist die Fassade, die erst unter Napoleon abgeschlossen wurde, eher als Mischung aus barocken und neugotischen Stilelementen dar. Eine Besonderheit ist das für Touristen begehbare Dach. Es ist wahlweise über eine Treppe oder einen Fahrstuhl erreichbar. Von dort aus bietet sich ein großartiger Panoramablick.

Das "Teatro alla Scala" in Mailand, kurz Scala, ist eines der bekanntesten und bedeutendsten Opernhäuser der Welt. Maria Theresia ließ in der Hauptstadt der damals österreichischen Lombardei für den Neubau die Kirche Santa Maria alla Scala abreißen und das eher schlicht wirkende neue Opernhaus in nur 23 Monaten errichten. Nach der völligen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg (1943) war das legendäre Opernhaus in Rekordzeit wieder aufgebaut worden. Schon am 11. Mai 1946 wurde das Haus wiedereröffnet.

Eine besondere Sehenswürdigkeit stellte der Zentralfriedhof mit seinen für unsere Verhältnisse unwahrscheinlich überdimensionierten Grabstätten dar. Der Cimitero Monumentale von Mailand ist ein 1866 eröffneter Zentralfriedhof mit zahlreichen künstlerisch interessanten und berühmten Gräbern, in denen das Mailänder Großbürgertum sich gegenseitig an Prunk und Pomp zu übertreffen suchte.

Verschiedene Kurztrips einzelner Reiseteilnehmer in die Region um den Comer See an den jeweils freien Tagen rundeten eine gelungene Urlaubswoche für die Reisegruppe ab, bevor man am Samstagvormittag antrat.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare