Die Gegner der Autobahn 49 haben am Freitag zu einer Fahrrad- und Traktorendemonstration aufgerufen. Der Zug mit rund 250 Teilnehmern bewegte sich von Lehrbach aus zur Kirschbrücke bei Niederklein. In einer Kundgebung forderten die Sprecher eine Verkehrswende und riefen dazu auf, "Wald und Klima zu retten". FOTO: KS
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Die Gegner der Autobahn 49 haben am Freitag zu einer Fahrrad- und Traktorendemonstration aufgerufen. Der Zug mit rund 250 Teilnehmern bewegte sich von Lehrbach aus zur Kirschbrücke bei Niederklein. In einer Kundgebung forderten die Sprecher eine Verkehrswende und riefen dazu auf, "Wald und Klima zu retten". FOTO: KS

Vor Leipzig noch einmal laut werden

  • Kerstin Schneider
    vonKerstin Schneider
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Bevor am Dienstag die Verwaltungsrichter in Leipzig über den Weiterbau der Autobahn 49 verhandeln, wollen sich die Gegner des Projektes noch einmal lautstark Gehör verschaffen. Bei den Aktionstagen stiegen die Demonstranten aufs Rad und auf den Trekker.

Jetzt wird es ernst, das machten die Sprecher der Kundgebung deutlich. Rund 250 Autobahngegner hatten sich am Freitagnachmittag in Lehrbach versammelt, um sich selbst Mut zu machen und in harschen Worten das aus ihrer Sicht unsinnige Straßenbauvorhaben zu geißeln. Man habe es geschafft, dass das Thema auf Landes- und Bundesebene angekommen ist, sagte Christoph Schulze-Gockel von der Schutzgemeinschaft Gleental: "Wir haben in einem Jahr viel erreicht."

Es gehe darum, endlich eine Verkehrswende zu schaffen, dafür brauche man keine weitere Autobahn, "davon haben wir schon genug". Es sei ein Irrglaube, sich in besonders verkehrsgeplagten Orten vom Bau der A 49 eine Entlastung versprechen, dafür gebe es bessere Lösungen. Durch eine Autobahn werde es nur noch mehr Verkehr geben, so Schulze-Gockel, der einräumte, "dass die Bewohner in diesen Orten viel zu leiden haben".

Es gebe ein schlüssiges Konzept der Entlastung, etwa mit Nachtfahrverboten und einer Tempo-Reduzierung. Zudem dürfe es nicht sein, dass durch den Autobahnbau wertvolle Ackerflächen vernichtet werden. Barbara Schlemmer von den Homberger Grünen freute sich in ihrem Beitrag über die Solidarität von Aktivisten auch von weiter weg. Am Morgen hatte ein Team von Greenpeace Deutschland den Dannenröder Forst für einen Beitrag im Verbandsmagazin besucht. Sie verwies auf die Mahnwache am kommenden Sonntag ab 14 Uhr in Dannenrod, zu der Teilnehmer eines Fahrradcorsos aus Marburg erwartet werden. Gleichzeitig seien die Vorbereitungen für Aktionen im Gange, welche die Gerichtsverhandlung am Dienstag in Leipzig begleiten sollen. Vom Morgen bis in den Nachmittag seien vor dem Gericht Demonstrationen, Kundgebungen und Performances geplant, so Schlemmer.

Die Leipziger Gruppe von "Fridays for Future" habe bereits verkündet, dass "›Danni‹ der neue ›Hambi‹ wird."

Was die bereits gestarteten Ausgleichsmaßnahmen für den Autobahnbau angeht, so gebe es keinen Ausgleich für die massive Zerstörung durch das Projekt. "Die A 49 gehört endlich in die Mottenkiste", so Schlemmer.

Dr. Wolfgang Dennhöfer vom BUND-Kreisverband Vogelsberg dankte für die Spenden, die die Klage mit ermöglich hätten, die bisher rund 3500 Euro gekostet hat. Der BUND ist neben zwei Privatpersonen Kläger vor dem Bundesverwaltungsgericht. Beim Projekt sei von Anfang der Wurm drin gewesen, so Dennhöfer. Er nannte es bizarr, eine Autobahn durch ein Wasserschutzgebiet zu bauen.

Weitere Redner waren zwei Vertreter von "Fridays for Future", die den Autobahngegnern vor Ort dankten "für eure Ausdauer und euren Mut". Nur so sei es gelungen, das Projekt bis jetzt zu verhindern. Auch eine Abordnung der Aktivisten, die im Dannenröder Forst Baumhäuser besetzen, richtete einen Redebeitrag an die Demo-Teilnehmer, darüber hinaus Reinhard Forst von der Schutzgemeinschaft Ohmtal. Er hat beim Landtag als Privatmann eine Petition zum Autobahnvorhaben eingelegt. Zur Unterstützung der Demonstranten sang Liedermacher Broder Braumüller einige bekannte Protestsongs. Die Protest-Demo hatte von Lehrbach zur sogenannten Kirschbrücke vor Niederklein geführt, an dieser Stelle soll eine große Autobahnbrücke entstehen. In der von einem Polizeiaufgebot abgesicherten Demo blieb alles friedlich.

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