Lehm ein Baustoff der Zukunft

  • vonRedaktion
    schließen

Antrifttal(pm). Zu einem weiteren Workshop mit dem Thema Bauen mit Lehm hatte kürzlich die Lauterbacher IGB-Gruppe (Interessengemeinschaft Bauernhaus) Vogelsberg auf dem ehemaligen Bauernhof Hintergasse 2 in Ruhlkirchen eingeladen. Eigentümer der Immobilie ist Stephan Pfeffer. Die neue alte Lehmbauweise wurde anschaulich und lebendig in Vorträgen und Vorführungen vermittelt.

Am Vormittag wurden von Margarete Ridder (Lauterbach) Grundlagen des Baustoffes Lehm und die allgemeinen Vorteile der Lehmbauweise erklärt: Lehm ist demnach ein Gemisch aus Sand, Schluff, Ton sowie Steinchen und kann einfach der Erde entnommen werden. Durch verschiedene Prüfverfahren (z. B. Kugelfallprobe) kann man die Bindigkeit des Lehms feststellen und seine Eignung fürs Bauen bestimmen. Lehm besitzt eine enorme Wasserspeicherfähigkeit, und man kennt die angenehme Kühle, die einem - gerade im Hochsommer - in einem alten Bauernhaus anweht. Gleichzeitig hat der Lehm auch eine hohe Wärmespeicherfähigkeit, die man zum Beispiel bei Lehmöfen ausnutzt. Lehm ist ein homogener Baustoff, er ist neutral, immer wiederverwendbar, hautfreundlich, schallabsorbierend, schottet Handystrahlen ab und darüber hinaus mit ganz wenig Erstenergie ausgestattet. Mit diesen Attributen erscheint er geradezu ein idealer Baustoff der Zukunft zu sein. Heute gibt es eine ganze Anzahl von fertigen Lehmprodukten, die einem das Bauen mit Lehm- im Gegensatz zu früheren Zeiten- einfach macht.

Lehmbaumeister Benno Marquart aus Gleimenhain und Architekt Karlheinz Geissler übernahmen den praktischen Teil des Workshops und zeigten verschiedene Lehmbautechniken: Anrühren von Lehmmischungen aus Lehm, Stroh, Wasser in einem Zwangsmischer, Weiterverarbeiten der Lehmschlemme bei Lehmstampflehm und Gefacheausfüllung durch Zugabe von Hackschnitzeln oder Liaporkügelchen. Dabei wurde eine sogenannte Gleitschalung angewendet, die in einfacher Weise durch ein breites Brett auf Rahmenhölzer nach oben geschoben wird. Weitere Themen waren die Ausbesserung von schadhaften Lehmgefachen und das Füllen von Decken mit Lehmwickel.

Als Abschluss des informativen Tages gab es zwischen den rund 20 Workshop-Teilnehmern, die selbst aus Kassel und Wiesbaden angereist kamen, einen angeregten Erfahrungsaustausch.

Wer Interesse an dem Thema hat kann sich informieren bei Margarete Ridder unter Telefon 01 57/87 28 24 66 oder J. Michael Ruhl 01 62/1 94 44 46.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare