Das Tatwerkzeug steckt noch in einem Container, den die Unbekannten aufbrechen wollten und scheiterten.
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Das Tatwerkzeug steckt noch in einem Container, den die Unbekannten aufbrechen wollten und scheiterten.

Ist es die Langeweile?

  • vonHerbert Schott
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Seit Wochen randalieren Unbekannte in Feldatal auf dem Gelände von Vereinen und richten hohen Schaden an. Die Vereinsvertreter sind frustriert und wenden sich an die Öffentlichkeit.

In der Vergangenheit gab es immer einmal wieder Zerstörungen und Diebstähle auf Vereinsgeländen und in Vereinshäusern. Betroffen waren das Sportheim des TV/VFR, das Clubhaus der Reservisten, die Erholungsanlage in der Trockenau, wo jeweils durchaus hohe Schäden entstanden. Die Schäden müssen in der Regel aus der Vereinskasse reguliert werden, weil man nur in den seltensten Fällen Verursacher erwischt und zur Rechenschaft ziehen kann.

Gab es erst kürzlich Sachbeschädigungen und eine erhebliche Vermüllung der Erholungsanlage am Badeteich, so wurde nun eine neue Dimension von mutwilligen Zerstörungen auf dem Vereinsgelände des Motorsportclubs (MSC) auf der Koppelhut zwischen Groß-Felda und Zeilbach bekannt.

Wie der zweite Vorsitzende des Motorsportvereins (MSC), Matthias Surborg, im Gespräch berichtete, belaufen sich die Sachschäden an Maschinen, Geräten und an einem Bus, der zum Verkaufsbus umgebaut werden sollte, auf rund 13 000 Euro.

Am Bus beispielsweise wurden fast alle Scheiben inklusive Frontscheibe zerstört. Ferner versuchten die Vandalen, in einen Container, in dem Arbeitsgeräte für die Pflege der Motocross-Strecke aufbewahrt werden, einzubrechen. Dabei wurden ebenfalls Scheiben zerschlagen. Auch die Planierraupe wurde aufgebrochen und daran Scheiben zerstört. Nicht auszudenken, was hätte geschehen können, wenn die Zerstörer die Raupe zum Laufen gebracht hätten, bemerkt Surborg.

Auch versuchten die unbekannten Täter, mit einem Schraubenzieher die Tür eines Schleppers aufzubrechen. Ob die Täter dabei gestört wurden oder ob sie es einfach nicht schafften, bleibt dabei unbeantwortet, das Tatwerkzeug steckte noch in der Verriegelung. Anfang Mai kam es zu den ersten Zerstörungsaktionen.

Um all die inzwischen angerichteten Schäden wieder zu beheben und um auch den gesponserten alten Linienbus wieder gebrauchsfertig zu machen, müssen die Mitglieder beim MSC jetzt tief in die eigene Tasche greifen und dabei für die Reparatur etliche Stunden als Eigenleistung einbringen.

Zweiter Vorsitzender Surborg: "Es muss Geld investiert werden, was an anderer Stelle besser eingesetzt gewesen wäre." Alleine für die jährliche Streckenpflege werden in jedem Jahr zwischen 2000 und 3000 Euro benötigt, die erst einmal eingenommen werden müssen.

Gerade in diesem Jahr flossen die Einnahmen coronabedingt deutlich spärlicher in die Vereinskasse, denn erst seit dem 9. Mai läuft das öffentliche Training wieder, jeweils mittwochs und samstags auf der Koppelhut. Abschließend wird der Unmut von Matthias Surborg noch einmal recht deutlich: "Was sind das eigentlich für Menschen, die so etwas machen?"

Diese Fragen stellt er sich, und mit ihm der gesamte Vorstand und die Vereinsmitglieder. Einen möglichen Grund für die Randale-Aktionen vermutet Surborg in der anhaltenden Corona-Pandemie mit ihren Einschränkungen. Viele Jugendliche hätten keine Möglichkeiten, sich in ihren bisher gewohnten Einrichtungen zu treffen und zu feiern.

MSC-Vertreter Surborg: "Scheinbar sind sie gelangweilt und es fehlen ihnen Perspektiven." Man müsse mit dem Problem nun in die Öffentlichkeit gehen, um besonders die Bevölkerung, die Landwirte und auch Wanderer zu sensibilisieren. Alle sollten aufmerksam sein und bei verdächtigen Situationen auf dem Renngelände Vereinsmitglieder informieren.

Auch von Vereinsmitgliedern werde das Gelände bei Kontrollgängen überwacht. "Die momentane Ruhe ist trügerisch, wir müssen weiterhin auf der Hut sein." Übrigens ist die Polizei Alsfeld eingeschaltet und nimmt Hinweise unter der Telefonnummer 06631/9740 entgegen.

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