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Von diesen beiden Fahrzeugen berichten Anwohner. Aus ihnen sollen Forstarbeiter mit Motorsägen ausgestiegen sein. Als die Arbeiter angesprochen wurden, hätten sie das Gelände nahe dem Maulbacher Sportplatz »fluchtartig« verlassen.

»Lage im Wald begutachten«

  • Rolf Schwickert
    vonRolf Schwickert
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Homberg (rs). Die Zeit der großen Auseinandersetzungen zwischen den Gegnern der A 49 und der Polizei wegen der Rodungen ist vorbei - die Bäume auf der Trasse sind gefällt. Allerdings gibt es im Nachgang punktuell noch weiterhin Protest, wenn weitere Bäume an der Trasse oder in ihrem Umfeld gefällt werden. Und vor allem die örtliche Bevölkerung, die sich gegen die Rodungen wendet, ist sehr sensibilisiert, wenn sie Aktionen beobachtet, die sie für ungerechtfertigt hält.

Vor diesem Hintergrund hatten in dieser Woche Spaziergänger in der »Meisenbach« mehrere Fahrzeuge beobachtet, die auf eine Wiese unterhalb des Maulbacher Sportplatzes fuhren. Das war ganz in der Nähe der Stelle, wo am vergangenen Freitag davor eine Räumung von Gegnern des Projektes stattgefunden hatte.

»Mehrere Personen mit Motorsägen entstiegen den Fahrzeugen, ergriffen aber eiligst die Flucht, als sie aus der Distanz durch Rufe darauf aufmerksam gemacht wurden, dass an dieser Stelle Fällungsverbot besteht«, berichtet ein Sprecher der örtlichen Gruppe der A 49-Gegner.

Die Spaziergänger hätten Fotos gemacht, die belegten, dass es sich um Fahrzeuge des Bundesforstes gehandelt habe. (Kennzeichen HR BF ...). Der Vorfall und vor allem das beobachtete Verhalten der Personen im Feld ließ bei den örtlichen A 49-Gegnern Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Handelns aufkommen, die sie gegenüber der Alsfelder Allgemeinen äußerten.

»Wir fragen uns: Was wollten die Leute an dieser Stelle? Mit Motorsägen? Und warum ergriffen sie die Flucht? Hängt der Vorfall etwa damit zusammen, dass dem Bundesforst vorgeworfen wird, am vergangenen Freitag anlässlich der Räumung Fällungen beauftragt zu haben? Mit dem Vorwand, die Bäume seien erheblich beschädigt, was nicht den Tatsachen entspricht. Sollten Spuren beseitigt werden?«

Weil Arbeiten im Zusammenhang mit der A 49-Trasse in die Zuständigkeit der DEGES fallen, richtete die AAZ folgende Fragen an die dortige Pressestelle: »Ist der DEGES der ›abgebrochene Einsatz‹ bekannt? Wenn ja, was war das Anliegen, und warum wurde es nicht ausgeführt? Wenn nein: Ist in dem benannten Bereich aus DEGES-Sicht auch der Einsatz von Forstarbeitern (Bundesforst) denkbar, die nicht von der DEGES beauftragt sind?

Nachfällungen stehen noch an

Darauf informierte die Sprecherin der DEGES wie folgt: »Auch nach dem Abschluss der großflächigen Fällungen im Dezember 2020 finden bis zum Ende der Fällperiode im Herrenwald, im Maulbacher Wald und im Dannenröder Wald punktuelle Nachfällungen für den Bau der Autobahn 49 statt. Dabei handelt es sich um Bäume, die im Rahmen der flächigen Fällungen aus unterschiedlichen Gründen nicht gefällt wurden, deren Fällung aber durch den Planfeststellungsbeschluss genehmigt ist.«

Die durch den Planfeststellungsbeschluss genehmigte Nachfällung einiger weniger Bäume sei im Maulbacher Wald geplant. Dazu seien am Dienstag Mitarbeiter des Bundesforsts zwecks einer Lagebegutachtung vor Ort gewesen.

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