Dr. Wolfgang Seim (r.) wird am ersten von ihm gefundenen Grenzstein durch den Abteilungsleiter für Geobasis Vermessung, des Amtes für Bodenmanagement (AfB) Fulda, Stefan Hof (2. v. r.), zum Obmann für historische Grenzsteine in Homberg ernannt. Dabei sind (v. l.) Andreas Thiedmann, Claudia Blum, Ulrich Beyenbach sowie Christof Croonenbrock. FOTO: PM
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Dr. Wolfgang Seim (r.) wird am ersten von ihm gefundenen Grenzstein durch den Abteilungsleiter für Geobasis Vermessung, des Amtes für Bodenmanagement (AfB) Fulda, Stefan Hof (2. v. r.), zum Obmann für historische Grenzsteine in Homberg ernannt. Dabei sind (v. l.) Andreas Thiedmann, Claudia Blum, Ulrich Beyenbach sowie Christof Croonenbrock. FOTO: PM

Kulturdenkmäler erhalten

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Homberg(pm). Der Maulbacher Dr. Wolfgang Seim wurde zum Obmann für historische Grenzsteine im Gebiet Homberg bestellt. Die Ernennungsurkunde überreichte Stefan Hof, Abteilungsleiter Geobasis Vermessung des Amtes für Bodenmanagement (AfB) Fulda im Auftrag des Hessischen Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation mit den Worten: "Wir brauchen Menschen wie Sie, die sich für den Erhalt solcher Kulturdenkmäler einsetzen, damit sie für die Zukunft erhalten bleiben".

Obmann für historische Grenzsteine - darunter kann man sich zunächst wenig vorstellen. Der Weg zu einem solchen Ehrenamt ist vielfältig: Dr. Wolfgang Seim war als Physiker bis vor Kurzem in der Softwareentwicklung und Qualitätssicherung tätig. Das Interesse des 69-Jährigen aus Maulbach galt aber schon früh den geschichtlichen Themen. Von seinem Wohnort aus beschäftigte er sich mit der Heimatgeschichte.

Hilfen von Forst und Bauhof

Schon vor 30 Jahren fand er "seinen" ersten Grenzstein in der Schlucht der Meisenbach. Er trägt die Nummer 24 und die Aufschriften "HW" und "SW" sowie die Jahreszahl "1779". Der Stein aus Quarzit, der für die historische Grenze zwischen dem "Herrenwald" und dem sogenannten Schenckenwald steht, habe ihn schon aufgrund seiner gewaltigen Größe beeindruckt und ist noch heute als Gemarkungsgrenzstein zwischen Homberg und Maulbach gültig.

Genau an diesem Stein hat auch seine Ernennung zum Obmann für historische Grenzsteine stattgefunden. Seim erinnert sich: "Dieser Stein hat mich nachhaltig beeindruckt und fortan mein Interesse für die Geschichten, die hinter den historischen Steinen stehen, geweckt." Bis heute hat er bereits mehr als 50 Steine gefunden und aufgesucht.

Dabei waren ihm die Beschäftigten von Hessen Forst und dem städtischen Bauhof eine große Hilfe. Gleichfalls hat er mit dem verstorbenen Obmann Gerhard Habermehl und dem Obmann Ulrich Beyenbach aus Alsfeld, der im Berufsleben Geometer beim AfB Marburg war, eng zusammengearbeitet. Dieser erläutert, dass die Arbeit der etwa 70 Obleute in Hessen eine große Bedeutung habe, da die mehrere Tausend historischen Grenzsteine, um die sie sich kümmerten, schon oft Hunderte von Jahren als Zeitzeugen überdauert hätten. Auch für die archäologische Denkmalpflege sei Seim seit Jahren ein wichtiger Ansprechpartner, berichtete Dr. Andreas Thiedmann Bezirksarchäologe der hessenArchäologie.

Bürgermeisterin Claudia Blum freut sich, dass Seim sich dieser bedeutenden Aufgabe im Stadtgebiet annimmt, denn die historischen Denkmäler seien auch ein Stück Heimatgeschichte. Hessen Forst unterstütze ebenfalls die Erhaltung historischer Grenzsteine und die Mitarbeiter seien bestrebt, im Rahmen der forstlichen Bewirtschaftung diese zu erhalten, hebt Christof Croonenbrock, Leiter der Revierförsterei Maulbach, hervor.

Seim möchte die Grenzsteine in Homberg nun genau dokumentieren, analog und digital, und sich, falls nötig, für ihre Instandsetzung einsetzen. Viele Steine im Vogelsbergkreis seien durch Veränderungen in der Landschaft bereits verschwunden oder zerstört worden, aber auch durch private Sammelleidenschaft gefährdet. Deshalb müssten sie nicht nur aus rechtlichen, sondern auch aus kulturhistorischen Gründen besonders geschützt werden.

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