Große Krippenfiguren zieren das Grundstück von Peter Horst in Sellnrod. FOTO: SF
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Große Krippenfiguren zieren das Grundstück von Peter Horst in Sellnrod. FOTO: SF

Krippenszene im Oberdorf

  • vonJutta Schuett-Frank
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Mücke-Sellnrod(sf). Das Kind in der Krippe, mit Maria und Josef, angebetet von Hirten, Heiligen Drei Königen, Ochs‹ und Esel. Diese Beschreibung der Weihnachtsszene ist so in dem Neuen Testament festgehalten. Seit Jahrhunderten machen sich die Menschen christlichen Glaubens auch ein Bild davon, wie die Weihnachtskrippe aussieht. Solche Figurengruppen sind Teil der Weihnachtszeit, des Übergangs in das neue Jahr und haben meist einen Stammplatz im Haus.

Sellnrods Ortsvorsteher Peter Horst hat sich des Themas angenommen. Er ist bekannt als Handwerker, der rohe Holzbalken zu Bänken und Kettensägefiguren verarbeitet. Doch in diesem Jahr der Pandemie hat er sich an eine feinere Arbeit begeben und eine Krippe gebaut.

Die großen Figuren stehen nun im Freien und sind sehr schön anzusehen. Im Oberdorf von Sellnrod bei Peter Horst sind die wundervollen Krippenfiguren zu bewundern.

Tiere als Symbole

Ochse und Esel gehören zu jeder Weihnachtskrippe. Schafe stehen auch oft dabei und manchmal sind sogar Kamel und Elefant mit dabei. Die Tiere sind nicht bloß schmückendes Beiwerk, sondern haben eine tiefere Bedeutung. Jedes von ihnen erzählt eine Geschichte. Ochse und Esel kommen in den biblischen Berichten über die Geburt von Jesus nicht vor, sondern nur in der zeitgenössischen Parallelliteratur zur Bibel. Nach traditionellem christlichen Verständnis repräsentiert der Esel an der Krippe die Heiden, der Ochse die Juden. Vom Betrachter aus gesehen steht der Ochse traditionell auf der linken Seite der Krippe, der Esel rechts.

Die Hirten werden in der Bibel explizit genannt, also müssten auch Schafe zur Krippe gekommen sein. Da Jesus selbst oft als guter Hirte dargestellt wird, stehen die Schafe aber auch für die ihm anvertrauten Gläubigen. Als dumm galten Schafe in früheren Zeiten nicht, sondern vielmehr als nützlich.

Das Lamm war ein klassisches Opfertier. Jesus, der nach christlichem Verständnis für die Sünden der Menschen mit seinem Tod am Kreuz gebüßt hat, wurde deshalb selbst oft als Lamm dargestellt. Das klassische Symboltier der Wachsamkeit begleitet die Hirten, die das Jesuskind besuchen.

Das Kamel ist das Reittier von König Balthasar, der den asiatischen Kontinent repräsentiert. Melchior, der Europäer unter den Heiligen Drei Königen, kommt auf einem Pferd zur Krippe. Kaspar, der den Kontinent Afrika vertritt, reitet auf einem Elefanten.

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