Ein Intensivbett in einer Klinik: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist der Verlauf bei 15 Prozent der Coronavirus-Infizierten so schwer, dass eine zusätzliche Versorgung mit Sauerstoff nötig wird. FOTO: PM
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Ein Intensivbett in einer Klinik: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist der Verlauf bei 15 Prozent der Coronavirus-Infizierten so schwer, dass eine zusätzliche Versorgung mit Sauerstoff nötig wird. FOTO: PM

Krankenhäuser sind vorbereitet

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Die drei Krankenhäuser im Vogelsbergkreis sind vorbereitet: Intensivbetten und Beatmungsgeräte stehen für eventuell notwendig werdende Behandlungen von Corona-Patienten zur Verfügung.

Planbare Eingriffe werden derzeit geschoben, große Operationen, die eine anschließende Beatmung verlangt hätten, sogar "auf Eis gelegt", wie Dr. Arno Kneipp, der Ärztliche Leiter des Alsfelder Kreiskrankenhauses, im Gespräch mit Landrat Manfred Görig und Erstem Kreisbeigeordneten Jens Mischak erläuterte. Die Verwaltungsspitze des Vogelsbergkreises hatte die Verwaltungschefs sowie Ärzte der drei Krankenhäuser zum Gespräch eingeladen. Ebenso konnten sich Sprecher der niedergelassenen Hausärzte über die Situation in den Kliniken informieren. Am Montag gab es im Vogelsbergkreis vier bestätigte Coronafälle - bei mehr als 100 000 Einwohnern, rechnete Dr. Henrik Reygers vom Gesundheitsamt des Kreises vor. Ende der Woche gab es bereits neun Fälle.

Die Pandemie wird noch Fahrt aufnehmen, so sein Kollege Dr. Dr. Rüdiger Rau. "Wir sind vorbereitet", meldete Ingo Breitmeier, der Geschäftsführer des Alsfelder Kreiskrankenhauses. Beatmungsplätze stünden zur Verfügung, ihre Anzahl solle zudem noch aufgestockt werden. Geräumt worden sei eine halbe Station, um im Ernstfall Corona-Patienten isoliert behandeln zu können. "Wir haben fünf Zimmer, die wir sofort belegen können", so Ingo Breitmeier.

Vorgehalten werden zudem OP-Kapazitäten: "Wir haben ein Programm, das wir jederzeit absagen beziehungsweise abändern können", so der Ärztliche Leiter aus Alsfeld, Dr. Kneip. So verfahren wird ebenso im Lauterbacher Eichhof-Krankenhaus und im Krankenhaus in Schotten.

Auch in Lauterbach wurde eine halbe Ebene geräumt, sodass dort quasi eine Isolierstation eingerichtet werden könnte, erklärten Vorstand Mathias Rauwolf und Chefarzt Tobias Plücker. Auch in Lauterbach könnten Beatmungsplätze zur Verfügung gestellt werden. "Wir sind vorbereitet", so auch die Meldung aus Schotten.

Planbare Operationen würden auch dort verschoben, teilweise "sagen die Patienten von sich aus, dass der Eingriff verschoben werden kann". Auch für Patienten, die beatmet werden müssen, ist Schotten gerüstet.

In der jüngsten Änderung der Verordnung zur Bekämpfung des Coronavirus gibt das hessische Sozialministerium eine klare Weisung heraus: "In allen hessischen Krankenhäusern wird die Durchführung von medizinischen Eingriffen und Behandlungen, für die derzeit keine dringende medizinische Notwendigkeit besteht (nicht notwendige Behandlungen), ausgesetzt", heißt es darin.

Die Entscheidung, ob eine nicht notwendige Behandlung vorliegt, obliege dem ärztlichen Personal des Krankenhauses. Diese Regelung gilt seit Mittwoch. Zudem seien Patienten, die bereits aufgenommen wurden, deren nicht notwendige Behandlung aber noch nicht begonnen habe, zu entlassen.

Auch die Krankenhäuser des Gesundheitszentrums Wetterau (GZW) in Schotten, Bad Nauheim, und Friedberg bereiteten sich unter Hochdruck auf eine Vielzahl von schwer kranken Corona-Patienten vor, heißt es in einer Mitteilung. In den GZW-Krankenhäusern gibt es aktuell 21 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit. Kurzfristig könne GZW-weit die Zahl dieser Behandlungsplätze um elf Betten erweitert werden. Gegenwärtig wird geprüft, wie Kapazitäten weiter aufgestockt werden können.

Bundesweit gibt es aktuell 28 000 Intensivbetten, davon 20 000 mit Beatmungsmöglichkeit. Diese sind durchschnittlich mit einer Quote von 70 bis 80 Prozent belegt - damit gibt es jetzt im Moment ausreichend Kapazitäten für schwer kranke Corona-Patienten.

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