Gegenüber dem Bahnhof Mücke werden kranke Eschen gefällt. FOTO: RS
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Gegenüber dem Bahnhof Mücke werden kranke Eschen gefällt. FOTO: RS

Kranke Eschen gefällt

  • Rolf Schwickert
    vonRolf Schwickert
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Mücke(rs). Das hatte bereits im Vorjahr der Laie sehen können: Der Eschenbestand in Merlau gegenüber dem Bahnhof zwischen der Fußgängerbrücke und dem Getränkemarkt war stark geschädigt. Eine Beseitigung war unausweichlich, hatte Bürgermeister Andreas Sommer zeitnah in Ausschüssen informiert.

Und der Bürgermeister ging das ernste Thema auch locker an. Denn in Relation zur Rußrindenkrankheit könne er dem Eschenstreben fast noch was Positives abgewinnen: "Das schädigt nur Bäume und ist keine Gefahr für Mensch und Tiere", sagte er. Zu den von der Gemeinde Mücke zu beseitigenden Eschen wegen des Eschentriebsterbens informierte der gelernte Förster, die Arbeiten seien an eine Fachfirma vergeben worden.

Waldaufbau im Umbruch

Das Eschentriebsterben sei in den Wäldern schon länger bekannt, berichtet Sommer. Im aktuellen Waldwirtschaftsplan der Gemeinde sind Aufforstungen einer gemeindlichen Fläche vorgesehen, nachdem dort ein Jungbestand von Eschen komplett gerodet werden musste.

Das Problem mit dem Eschensterben ist relativ neu. So berichtete im Oktober des Vorjahres noch Axel Norgall, der Leiter des Forstamts Schotten, einer Besuchergruppe des Landtages, dass auf einer größeren Fläche Buchen dem Sturm zum Opfer gefallen waren. Dort habe man Eschen als Pionierpflanzen nachwachsen lassen, damit die freie Fläche schnell wieder bewachsen war und Austrocknung oder Erosion vorgebeugt werden konnte. Diese Eschen wurden jedoch von einem Pilz befallen, der das Eschentriebsterben zur Folge hat. Das war an einigen größeren Exemplaren auch deutlich zu erkennen. Norgall betonte, dass die bisherigen Kenntnisse und Erfahrungen der Forstwirtschaft nicht mehr reichten, um Baumarten und -gesellschaften zu definieren, die an den Klimawandel und Wetterextreme möglichst gut angepasst sind.

Der Borkenkäfer und das Eschentriebsterben sind nicht die einzigen Probleme mit Bäumen. Der sogenannte Diplodia-Pilz lässt insbesondere in Südhessen Kiefernwälder mancherorts großflächig absterben, der Rußrinden-Pilz setzt dem Ahorn zu, und auch die Problematik mit dem Eichenprozessionsspinner nimmt an Fahrt auf - von dessen Nestern sollte man einen ausreichenden Abstand halten und diese keinesfalls berühren. Im Zusammenhang mit dem Weiterbau der A 49 zeigt sich zumindest ein Lernerfolg: Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) verzichtet in Absprache mit Forstexperten auf Anpflanzungen Eschen, weil deren Bestand von der nicht behandelbaren Krankheit vernichtet wird.

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