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Konzerte auf der »Lahnlust«

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Viele Bühnen sind es noch nicht, die Musizierende wieder bespielen können. Am 29. August tuckert dafür aber eine ganz besondere als Unterstützung für regionale Bands über die Lahn. Vorbei an vier Restaurants und den Zuhörern. Dann heißt es: »Musik ab - Leinen los!« auf dem Eventboot »Lahnlust«.

Musiker haben es in der Pandemie nicht leicht. Zwar gibt es wieder Konzerte unter freiem Himmel, wie beim Musikalischen Sommer auf dem Schiffenberg zuletzt oder bei Songs im Garten in der Kongresshalle, wo am 19. und 26. August die letzten Auftritte für diesen Sommer stattfinden. Das Stadtfest aber musste abgesagt werden, und insbesondere in Innenbereichen gestaltet sich ein coronakonformes Programm nach wie vor schwierig. Von einem normalen Musikangebot kann daher wohl noch lange keine Rede sein.

Daher haben sich die Kulturschaffende Ellen Schaaf, Hanne Schauer, Horst Steuck und Peter Herrmann ein bis dato in Gießen einmaliges Konzertformat ausgedacht: Unter dem Titel »Musik ab - Leinen los!« treten am Sonntag, 29. August, ab 12 Uhr fünf Musikgruppen aus der Region auf dem Eventboot »Lahnlust« auf. Jede Fahrt dauert ca. eineinhalb Stunden und geht von den Marinestuben des Marinevereins vorbei an den Restaurants Au Lac und Lahngenuss bis zum Bootshaus. Dort macht das Schiff kehrt, um am Ausgangspunkt die nächste Band an Bord zu nehmen und die Rundfahrt zu wiederholen. Vor jeder Gaststätte spielen die Bands ca. 20 Minuten. Auf den Strecken dazwischen - wo das Boot nicht halten darf - ergebe sich das Musizieren aus dem Geschehen am Fluss, erläutert Ellen Schaaf (Weitere Infos zum Ablauf im Kasten).

Dieses Event ist als »Unterstützung für heimische Künstler« gedacht, wie das Veranstalter-Team betont. »Wir planen bereits seit Mai und haben viele Unternehmen und Organisationen angefragt, ob sie die Veranstaltung unterstützen möchten«, erzählt Schaaf. So haben sie in Summe zehn Sponsoren gewinnen können, die eine Gage für die Bands ermöglichen - wenn sie auch mehr symbolischer Natur ist. Darunter sind beispielsweise der Landkreis, das Kulturamt der Stadt und der Kultursommer Mittelhessen.

»Die Musikerinnen und Musiker wären sicher bereit gewesen, auch ohne Gage aufzutreten. Aber das wollten wir ja nicht«, betont Schaaf. »Wir möchten Gießener Künstlern eine Möglichkeit bieten, wieder Geld zu verdienen.«

Rock, Irish Folk und Jamsession

Musikalisch wird der Tag in jedem Fall vielseitig. Mit Captain Overdrive tritt zum Auftakt eine vierköpfige Gießener Rockband auf, die Blues und Soul mit jazzigen und groovigen Melodien würzt. Es folgt das Duo aus Multi-Instrumentalist Nick Ramshow und Keyboarder Christian Krauß, die neben eigenen Kompositionen populäre Songs unter anderen von Ed Sheeran, den Bee Gees, Elton John und Queen im Repertoire haben.

Anschließend lässt das Trio von Celtic Tree samt Gast Peter Herrmann am Bass irische und schottische Pop- und Folkmelodien über die Lahn klingen. Überraschungsgäste aus dem Gießener Wellermann-Cover zur Corona-Krise »Durchhalten - bald simmer da!« bringt die Band Radio 2020, die vorwiegend ungewöhnliche, akustische Versionen von Popsongs spielt. Zum Abschluss gibt es eine Jamsession mit der brasilianisch angehauchten Band Living Room sowie weiteren Musikern, die mal solo, mal im Kollektiv musizieren. Die Veranstaltung verstehe sich als »praktische Soforthilfe, ganz ohne Bürokratie«. Zugleich solle sie den Künstlern wieder eine Perspektive geben »für die Rückkehr in ein unbeschwertes Kulturleben, wie wir es alle gern genießen«, schreiben die Veranstalter. Interessierte können die Klänge auch vom Lahnufer aus genießen.

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