CDU konstatiert jahrelanges Versäumen

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Mücke(pm). Die CDU zeigt sich über öffentlichkeitswirksame Baumpflanzungen der Mehrheitsfraktionen SPD und FW in den vergangenen Wochen erstaunt und nimmt dies zum Anlass, andere Vorstöße der politischen Konkurrenz kritisch zu bewerten.

So teilt Fraktionsvorsizender Dr. Hans Heuser mit, man könnte zu dem Ergebnis kommen, in der Gemeinde Mücke gebe es einen Mangel an Bäumen. Dieser Gedanke dränge sich auf, weil kurz vor Jahreswechsel je ein Baum auf dem Gelände des Waldkindergartens am Flensunger Hof und des Flensunger Friedhofs gepflanzt worden sei. Mit dieser Pflanzung sei der ohnehin schon große Baumbestand auf der gesamten Fläche der Gemeinde Mücke mit einer Aus-dehnung von 86,23 Quadratkilometer um zwei Setzlinge vermehrt worden. Weil die Gemeinde selbst Eigentümerin von mehr als 300 Hektar Wald mit vielen Baumarten sei und zusammen mit den Flächen des Staats- und des Privatwaldes Hunderttausende Bäume stünden, könnten die zwei zusätzlichen Bäume eher als ein symbolischer Akt zur Rettung des Klimas verstanden werden.

Mangelnde Antragsgestaltung

Aus Sicht der Mücker CDU stelle sich die Frage, ob die beiden Fraktionen wenige Wochen vor der nächsten Kommunalwahl am 14. März 2021) plötzlich Natur und Umwelt in der Gemeinde entdeckt hätten. Ein Beleg für diese Vermutung sei der im Jahr 2020 von FW und SPD gestellte Antrag, die Gemeindeverwaltung (Fachdienst Bauen oder der Bauhof) sollte 200 Obstbäume an die Bürger verschenken. Mit diesem Antrag habe man sicher etwas Gutes für die Vogelwelt, Insekten aller Art (insbesondere Bienen) und das Klima generell erreichen wollen. Leider hätten es die Antragsteller versäumt, ihr Anliegen (Arten- und Bodenschutz) mit konkreten und umsetzbaren Inhalten zu versehen. So stelle sich die Frage, aus welcher Haushaltsstelle die 200 Obstbäume bezahlt werden sollten (Obstbaumverschenkung war bisher in den gemeindlichen Haushaltsplänen nicht vorgesehen); welche Kosten entstünden, und sollten Halbstämme oder Hochstämme gekauft werden.

Noch wichtiger sei die Frage, nach welchen Vorgaben die Bäume an die Einwohner abgegeben werden sollten, pro Haushalt ein Stück oder für jedes Grundstück, müssten die Interessenten nachweisen, dass sie eine für größere Obstbäume geeignete Fläche besitzen und dass sie überhaupt Ahnung davon haben, wie ein Obstbaum gepflanzt und vor allem wie er in den ersten Jahren gepflegt wird?

Aus Sicht der CDU müsse zudem darauf geachtet werden, dass der Bauabteilung der Gemeindeverwaltung und/oder dem Bauhof damit nicht eine Menge Arbeit aufgehalst werde, denn diese arbeiteten seit Jahren an der oberen Belastungsgrenze.

Statt in der Öffentlichkeit nur eine positive Stimmung erzeugen zu wollen, wäre es aus CDU-Sicht viel besser und nachhaltiger gewesen, wenn die Mehrheitsfraktionen sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten mehr um den vorhandenen Baumbestand im Wald als auch in der Feldflur und in den Ortslagen gekümmert hätten. Die Gemeinde sei Eigentümerin von Obstanlagen. In fast allen Ortsteilen gebe es Kirschenalleen sowie Apfel- und Birnbaum- bestände.

Diese ökologisch sehr wertvollen Grundstücke seien teilweise völlig unbeachtet geblieben. Auf diesem Gebiet hätten die beiden Fraktionen klare Vorgaben machen können, was mit diesen gemeindeeigenen Grundstücken geschehen solle. Diesbezüglich sei aber nichts geschehen. Unter dem Stichwort "Ausgleichsmaßnahmen" wäre viel machbar gewesen, und man hätte sogar noch Zuschüsse aus Mitteln des Landes Hessen und der EU bekommen können.

Mücke hat höchste Wasserverluste

Etwas wunderlich ist nach den Worten von Jürgen Kornmann als Vorsitzendem des CDU-Gemeindeverbands auch die Kampagne der beiden Fraktionen zum Thema "Wasserverluste". Diese gebe es in allen Städten und Gemeinden aufgrund verschiedener Ursachen (z.B. alte schadhafte Leitungen, Verlust bei Wasserrohrbrüchen). Mit 106 265 Kubikmetern Verlust habe Mücke bedauerlicherweise die höchsten Verluste aller Städte und Gemeinden im Vogelsbergkreis. Die jährliche Menge des Wasserverlusts sei in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich gestiegen. In diesen 20 Jahren hätten beide Fraktionen ihrer Kreativität freien Lauf lassen können.

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