Torben Jüres. FOTO: PM
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Torben Jüres. FOTO: PM

Kleine Maßnahmen mindern hohes Risiko

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Alsfeld(pm). Informativ, humorvoll und zuweilen philosophisch war der Vortrag, den Dr. Torben Jüres, Chefarzt der Inneren Medizin und der Geriatrie am Kreiskrankenhaus in Alsfeld (KKH), kürzlich im Rahmen einer Vortragsreihe hielt. Die Abendveranstaltung, die nach monatelanger Pause aufgrund der Corona-Pandemie, nun unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln in der Krankenpflegeschule und noch vor dem erneuten Corona-Lockdown stattfindet, widmet sich dem Thema "Sturzkrankheiten im Alter". Die Veranstaltungsreihe wird gemeinsam vom KKH und dem Verein "Freunde und Förderer des Kreiskrankenhaus Alsfeld" veranstaltet.

Die Sturzkrankheit, die "nicht ansteckend, oder genetisch bedingt ist, unter der allerdings viele Menschen im Alter zu leiden haben", führt Jüres aus, sei gefährlich. Immerhin stünden statistisch betrachtet, Stürze und die daraus resultierenden Folgen an sechster Stelle bei den Todesursachen in Deutschland. "Ein kleiner Ausdruck einer Schwäche, eine kleine Unachtsamkeit kann somit weitreichende Folgen haben", sagt der Fachmann für Innere Medizin, Gastroenterologie, Geriatrie und Palliativmedizin.

Eine Teppichkante, ein Stuhlbein, ein Kabel oder eine Türschwelle - Dinge, die zum Alltag gehören, können im Alter zur Gefahr werden. Deswegen sei es in Ordnung, wenn man sich der Gefahr entsprechend verhalte: "Seien Sie ruhig mal älter, setzen Sie sich hin zum Hosen anziehen, halten Sie sich fest, wenn Sie schnell aufstehen", sagt der Mediziner. Viel nützlicher sei es beispielsweise Gefahren durch gezielte Übungen zu minimieren - zum Beispiel gut gesichert und ganz bewusst auf einem Bein zu balancieren. Auch technische Hilfen können, so führte der Mediziner aus, den Alltag sicherer machen. Bewegungsmelder für das Licht, fixierte Teppiche, Kabel und keine rutschigen Bodenbeläge, ein stabiler Rollator, könnten vor Stürzen bewahren.

Oft haben Stürze und Brüche im Alter eine lange Bettlägerigkeit zur Folge. "Etwa jeder fünfte Sturz bringt so starke Einschränkungen mit sich, dass für viele schon bald ein Umzug ins Pflegeheim ansteht", mahnte der Mediziner. Auch die psychologische Komponente von Stürzen spielt eine wichtige Rolle. "Denn wer gestürzt ist, verliert oft Selbstvertrauen, bekommt Angst und reduziert seine Aktivität. Depression und Rückzug sind die Folgen", sagte Jüres. Menschen verkleinerten sehr oft stark ihren Bewegungs- und Alltagsradius.

Neben eingeschränkten Sinneseindrücken, kann sich das Sturzrisiko auch durch sich verändernde körperliche Fähigkeiten vergrößern. "Die Schritte werden kleiner, man rollt weniger ab, der Rumpf ist vorgebeugt, und Muskeln, Knochen und Sehnen werden schwächer - all das trägt zu unsicherem Gang bei", zählte der Experte auf. Auch kämen bei einigen Menschen degenerative neurologische Krankheiten, wie etwa Morbus Parkinson oder Peroneusparese, Probleme mit Schwindel oder verschiedene Medikamente hinzu. "Geben Sie Obacht, ob etwas herumliegt, auch wenn man meint, der Weg sei frei", appelliert Jüres, auch mit Blick auf den nahenden Winter.

"Viele Stürze passieren immer wieder im Haushalt. Deswegen darf man sich ruhig mal die Frage stellen, ob denn die Gardinen kurz vor dem dritten Adventswochenende tatsächlich gewaschen werden müssen", sagt der Facharzt lachend. Denn oft leiden ältere Menschen unter sich veränderndem Gleichgewichtssinn, nachlassendem Seh- und Hörvermögen sowie Vergesslichkeit und veränderter Gefahreneinschätzung.

Neben weiteren Hilfen, wie etwa einem Hausnotrufsystem, einem angepassten Eigenheim oder Gehhilfen, seien auch die Schuhe ein wichtiger Faktor, der Sicherheit verleiht: "Schuhe sollten gut passen, hinten geschlossen sein und leicht anzuziehen sein - warum denn nicht auch mit Klett-Verschluss, wenn es einfacher geht?", rät Jüres. "Es gibt viele Hilfsmittel - man muss sie nur annehmen. So kann man leicht viele Risiken minimieren. Und am langen Ende zählt auch die Rücksicht, die Menschlichkeit, Freunde und Familie, die helfen, anregen, motivieren und unterstützen", sagte der Mediziner.

Der Vortrag markiert, aufgrund der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen, das Ende der Vortragsreihe für dieses Jahr.

Dr. Jüres hielt den letzten Vortrag in diesem Jahr. Aufgrund der Corona-Pandemie liegt die Vortragsreihe vorerst auf Eis.

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