Revierleiter Peter Kraus.
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Revierleiter Peter Kraus.

Kita-Beiträge ausgesetzt

  • vonDieter Graulich
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Ulrichstein(au). "Die guten Jahre für den Wald sind für die nächsten Jahre vorbei", so fasste Revierleiter Peter Kraus in seinen Ausführungen zum Waldwirtschaftsplan 2020 der Stadt die Lage zusammen. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, die am Freitagvor der Stadtverordnetenversammlung stattfand, stellte Kraus das Planwerk vor, das mit einen Defizit abschließt.

Noch im November 2019 hatte der Entwurf des Waldwirtschaftsplanes einen geringen Überschuss ausgewiesen. Aufgrund der Schäden durch Käfer und heftige Stürme habe sich die Situation allerdings dramatisch verschlechtert. Die beiden Ausschüsse Haupt- und Finanzausschuss sowie der Ausschuss für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Verkehr stimmten dem Plan zu, wie auch im Anschluss die Stadtverordnetenversammlung.

Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Sitzung im Innovationszentrum statt, um so die erforderlichen Sicherheitsabstände zwischen den Kommunalpolitikern zu gewährleisten. Einstimmig angenommen wurde von den Stadtverordneten der Verzicht auf das Erheben der Elternbeiträge für die Betreuung von Kindern im Zusammenhang für die Monate April und Mai mit der Corona-Pandemie.

Als Begründung wurde aufgeführt, dass in der aktuellen Lage mit der Schließung der Kindertagesstätten zur Eindämmung der Corona-Pandemie beigetragen werden sollte. Vor diesem Hintergrund hätten viele Familien derzeit keinen Anspruch auf Kinderbetreuung in der evangelischen Kindertagesstätte.

Hinzu komme, dass durch die Krise viele Familien unter finanziellen Sorgen und Existenzgründen leiden. So sei es angemessen, dass sie für den Zeitraum der Schließung keine Elternbeiträge zahlen müssen. Für die Kinder in der Notbetreuung der evangelischen Kindertagesstätte fallen weiterhin Beiträge an.

Nachträglich stimmten die Stadtverordneten der Veräußerung eines Baugrundstückes im Baugebiet "Fügweg" im Stadtteil Ober-Seibertenrod zu, weil die eigentlich vorher geplante Sitzung ausgefallen war und die Käufer bereits einen Bauantrag für Haus und Carport gestellt haben.

Stolpersteine in Bobenhausen

Einstimmige Zustimmung erhielt abschließend in der Stadtverordnetenversammlung der Antrag von Norman Kleeblatt aus New York auf das Verlegen von Stolpersteinen für dessen drei Vorfahren. Die Steine sollen im Gehweg der Hoherodskopfstraße 24 im Stadtteil Bobenhausen verlegt werden. In der Erläuterung zu dem Antrag verwies Bürgermeister Edwin Schneider darauf, dass Ulrichstein seit dem 14. Jahrhundert eine lange jüdische Geschichte hatte. Antragsteller Kleeblatt habe bereits 2017 Kontakt zu ihm aufgenommen und mit einer Abordnung Ulrichstein und Bobenhausen besucht. Zudem sei Kleeblatt in diesem Jahr mit zwei weiteren Personen in der Stadt gewesen und habe die jüdischen Friedhöfe, das Museum im Vorwerk und das Haus, in dem seine Vorfahren, die Familie Aron, wohnten, in Bobenhausen besichtigt. Der jetzige Besitzer ist nach Angaben des Bürgermeisters mit der Verlegung der Stolpersteine einverstanden.

Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus (NS-Zeit) verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die quadratischen Messingtafeln mit abgerundeten Ecken und Kanten sind mit von Hand mittels Hammer und Schlagbuchstaben eingeschlagenen Lettern beschriftet.

Die Kosten für das Verlegen der drei Stolpersteine in Höhe von rund 500 Euro werden von der Stadt Ulrichstein übernommen.

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