Nach dem Ausschütten der Wahlurnen ist in den Kommunen Auszählen angesagt. Einige schafften es bereits am Montag bis zum vorläufigen Endergebnis, andere werden auch heute noch zählen müssen. Das Bild zeigt den Wahlvorstand in Burg-Gemünden kurz nach 18 Uhr.
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Nach dem Ausschütten der Wahlurnen ist in den Kommunen Auszählen angesagt. Einige schafften es bereits am Montag bis zum vorläufigen Endergebnis, andere werden auch heute noch zählen müssen. Das Bild zeigt den Wahlvorstand in Burg-Gemünden kurz nach 18 Uhr.

Wahl: Trends und Spitzenwerte

Vogelsbergkreis (rs). Drei Zahlen lassen sich aus dem seitherigen Trendergebnis der Kommunalwahl zum Kreistag schon ableiten. Die beiden großen Parteien CDU und SPD liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Grünen haben mit fast fünf Prozentpunkten enorm verloren, und die AfD ist mit knapp sechs Prozent sicher im Kreistag, könnte drei Kreistagssitze bekommen, wäre aber prozentual im Hessen-Vergleich deutlich schwächer.

Denn in den Nachbarkreisen holte die neue Rechtsaußenpartei jeweils zweistellige Ergebnisse. Direkte Auswirkungen auf die Kreiskoalition aus SPD, Grünen und Freien Wählern wird das aktuelle Ergebnis wohl nicht haben, wenn auch durch das Absacken der Grünen weniger Sitze auf die Koalition entfallen würden. Vor fünf Jahren war die SPD noch mit 21 Sitzen aus der Wahl hervorgegangen, die Grünen mit acht und die FW mit sechs.

Die daraus resultierenden 35 Sitze waren komfortabel, denn die Mehrheit entsteht mit 31 Sitzen im 61 Sitze umfassenden Kreistag. Nach dem ersten Trend, der Auszählung aller Wahlzettel mit Listenkreuz, käme die Kreiskoalition auf die nötigen 31 Sitze, eine denkbar knappe Angelegenheit. Zur Erinnerung: In der ausgehenden Legislaturperiode war ein SPD-Fraktionsmitglied in die Linken-Fraktion gewechselt. Sollte so etwas erneut passieren, wäre die Mehrheit dahin.

Grüne im Raum Lauterbach stark

Schaut man auf der Basis des derzeitigen Trendergebnisses nach Hochburgen der Parteien, so liegen die für CDU und für SPD sehr nahe beieinander. Im Alsfelder Stadtteil Münch-Leusel hat die CDU fast 74 Prozent, in Leusel weist die SPD fast 55 Prozent auf. Passé scheinen für die CDU die Katzenberger-Ergebnisse in früherer CSU-Dimension, denn der erste Antrifttaler Ortsteil im CDU-Ranking liegt auf Platz 10 mit 57,2 Prozent.

In Schlitz-Üllershausen haben die Grünen ihr bestes Ergebnis mit 18,2 Prozent. Hohe Resultate haben die Grünen generell eher im Altkreis Lauterbach, im Altkreis Alsfeld haben sie in zwei Homberger Stadtteilen sowie in Wettsaasen viele Anhänger. Alsfelder Stadtteile sind gut für Spitzenergebnisse, die für CDU und SPD wurden schon erwähnt, in Fischbach kam die Linke mit 19,1 auf ihr bestes Resultat.

Und das von den Grünen bereits bekannte Üllershausen taucht bei der Linken mit 16,4 Prozent auf Platz 2 auf. Wie schon bei den Grünen, so sind die Linken-Hochburgen auch eher im Altkreis Lauterbach verortet. Mit 20,9 Prozent wird das FDP-Ranking in Lauterbach-Rimlos angeführt, die Freien Wähler kommen beim Trendwahlergebnis in Schotten-Reinhards und Freiensteinau-Fleschenbach über die 50-Prozent-Marke. Bei der AfD ist der kleinste Homberger Stadtteil Höingen mit 23,9 Prozent vorn, Kirtorf-Gleimenhain weist auch noch 22,5 Prozent auf.

CDU-Wähler haben viel gehäufelt

Wenn man auf der Großgemeindeebene die Trendergebnisse bewertet, dann sind die früheren Hochburgen im Sinne eines Überschreitens der 50-Prozent-Grenze nicht mehr gegeben. So hat die CDU in Kirtorf zwar 49,4 Prozent und in Antrifttal 48,5 Prozent aber nicht mehr die deutliche Vormachtstellung wie vor Jahren. Allerdings sieht man nach Auszählen aller Stimmen am Montag, dass die CDU-Wähler viel gehäufelt haben, denn in Antrifttal kam die CDU für den Kreistag auf 61,8 Prozent.

Bei der SPD geben sich die Hochburgen schon bescheidener, da reichten im Trendwahlergebnis 41,4 Prozent in Lautertal für den Spitzenplatz (41,9 % im vorläufigen Endergebnis), gefolgt von Wartenberg mit glatt 40 Prozent und Ulrichstein mit 38,2 Prozent. Die Grünen sind nur noch in Lauterbach (12,2 %) und Schlitz (10,3 %) zweistellig, die Linken weisen in Schlitz 6,5 Prozent auf, die FDP in Lauterbach neun, und die FW in Freiensteinau satte 36,5 Prozent. In Grebenau hat die FW noch 28,9 Prozent und in Feldatal 23,8 Prozent (25,8 im vorläufigen Ergebnis).

Eine Acht vor dem Komma haben die drei AfD-Ergebnisse in Freiensteinau, Grebenhain und Lautertal nach dem Trend.

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