"Danni und Herri - against Ecocide" ("Gegen den Ökozid") steht auf dem Transparent, das ein vermummter Aktivist in rund 15 Metern Höhe über die Bundesstraße 62 bei Kirtorf-Lehrbach gespannt hat. FOTO: DPA
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"Danni und Herri - against Ecocide" ("Gegen den Ökozid") steht auf dem Transparent, das ein vermummter Aktivist in rund 15 Metern Höhe über die Bundesstraße 62 bei Kirtorf-Lehrbach gespannt hat. FOTO: DPA

Stahlseil gespannt: Bundesstraße weiter gesperrt

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Kirtorf/Stadtallendorf(dpa/lhe). Eine am Donnerstag gestartete Protestaktion mit einem Stahlseil in luftiger Höhe gegen den Weiterbau der Autobahn 49 lief am Freitag weiter. Die Fahrbahn zwischen Stadtallendorf-Niederklein und Kirtorf-Lehrbach musste gesperrt werden, was den Zorn zahlreicher Autofahrer und Pendler provozierte. Demonstranten gegen das Roden des Dannenröder Forstes hatten ein 300 Meter langes Stahlseil über der Straße befestigt und sich daran angehängt. Nach einer kleinen Demo von Umweltschützern am Donnerstagvormittag waren laut Polizei bis zum Abend drei Aktivisten abwechselnd in die Mitte des Seiles geklettert, das in 15 bis 20 Metern Höhe über die B 62 gespannt war.

Oben wurde ein Protestbanner befestigt. Das Seil zog sich laut Polizei vom Dannenröder Forst zum Herrenwald, beides Waldstücke, in denen für die A 49 gerodet wurde oder wo die Arbeiten kurz bevorstehen. Ein von der Feuerwehr aufgestelltes Sprungkissen besprühten Unbekannte mit Farbe. Ein Verfahren wegen Sachbeschädigung wurde eingeleitet. Am Freitagabend war die Straße immer noch gesperrt, ein Gutachter machte sich ein Bild und stufte die Seilkonstruktion als gefährlich ein. Ein Baum, an dem das Seil befestigt ist. Der Bereich um das Seil wurde im Umkreis von 200 Metern abgesperrt. Die Polizei geht davon aus, dass es lebensgefährlich sein kann, wenn es herunterfällt. Am Nachmittag protestierten in Homberg dann rund 80 "Anwohner gegen die Autobahn."

Landespolizeipräsident Roland Ullmann geht unterdessen davon aus, dass die Proteste gegen den Weiterbau der A 49 wieder an Fahrt aufnehmen. "Wir rechnen damit, dass sich die Lage verschärft", sagte er. "Wir bereiten uns intensiv auf die zweite Phase vor, wo es um den Dannenröder Forst an sich geht." Ullmann rechnet mit Störern, die Gewalt als legitimes Mittel ansähen. "Wir setzen weiter darauf, dass die Situation nicht eskaliert, aber wir werden konsequent einschreiten, sobald Straftaten begangen werden." Vor den Rodungen im Dannenröder Forst haben Umweltschützer ihre Forderung nach einem Stopp des Autobahnprojekts bekräftigt und verstärkte Proteste angekündigt. Man werde sich von Frost und Schnee nicht abhalten lassen und "noch viel lauter und präsenter sein," kündigte eine Sprecherin des Bündnisses "Wald statt Asphalt" bei einer via Twitter übertragenen Pressekonferenz an. Dabei bekräftigten die Teilnehmer auch die Forderung nach einer umweltfreundlichen Verkehrswende.

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