Stadthaushalt rutscht ins Defizit

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
    schließen

Kirtorf (jol). Mit einem deut- lichen Defizit startet die Stadt Kirtorf in das zweite Corona-Jahr. Bürgermeister Andreas Fey stellte in der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung einen Haushaltsplan 2021 mit einem Defizit von 645 000 Euro im Ergebnishaushalt und einem Minus von 475 000 Euro im Finanzhaushalt vor. Ein Grund dafür sind rund 230 000 Euro niedrigere Einnahmen aus der Einkommens- sowie der Gewerbesteuer.

Dabei erinnerte Fey daran, dass auch in früheren Jahren negative Zahlen vorlagen, »nur wurde dies nicht immer gleich so klar dargestellt«. Sinkende Einnahmen gab es im Stadtwald mit minus 88 000 Euro. Bei den Schlüsselzuweisungen werden es wohl minus 186 000 Euro, nicht plus 48 000 Euro, wie vom Landtagsabgeordneten Michael Ruhl genannt worden sei. Dieser verweist auf eine Verwechslung von Zahlen.

Fey verweist zudem auf eine um 40 000 Euro höhere Kreis- und Schulumlage sowie Mehrausgaben für die Kita-Betreuung von 80 000 Euro, von denen das Land lediglich 30 000 Euro übernehme. »Die Gesamtkosten der Kita liegen bereits über 907 000 Euro, der städtische Anteil bei 770 000 Euro«, erläuterte Fey. Vor fünf Jahren waren es 420 000 Euro.

Bei einem solchen Defizit ist ein Konzept zur Haushalts- sicherung nötig. Darin werden die eigenen Anstrengungen aufgelistet. So hat die Kommune die Grundsteuern angehoben. Im Parlament beschlossen ist es, den Windpark im Stadtwald zu erweitern, was allein 110 000 Euro jährlich einbringen soll.

Zudem wird bei Investitionen gekürzt, die Stadt konzentriert sich auf den Erhalt der Infrastruktur einschließlich der Gemeinschaftshäuser, erläuterte Fey. Im Schwimmbad will man durch ehrenamt- lichen Einsatz Kosten senken.

Feuerwehrfahrzeug

Positiv schätzt Fey die Perspektiven der Kommune ein, denn mit der Neuen Mitte und den Kirtorfer Höfen entsteht ein »Anlaufzentrum für die Bewohner der umliegenden Ortschaften«. Die Zusatzmittel für den Bereich Kirtorfer Höfe sind bereits im vergangenen Jahr finanziell gesichert worden. Die Einwohnerzahl liege stabil bei 3150, bei steigender Attraktivität ist ein Zuwachs durchaus möglich.

Positiv sei zudem, dass Wasser- und Kanalgebühren nicht erhöht werden, obwohl über 360 000 Euro investiert werden. Dieser Bereich sei »insgesamt stabil aufgestellt«.

Trotz der angespannten Haushaltslage wird investiert. Gemeinschaftshäuser, Friedhofshallen, Spielplätze und Jugendräume in den Stadtteilen werden saniert, wie Fey für alle Stadtteile auflistete. Die Sanierung des Schwimmbads Heimertshausen soll abgeschlossen werden.

Bei der freiwilligen Feuerwehr Kirtorf muss das 30 Jahre alte Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug ersetzt werden. Das neue Gefährt kostet stattliche 340 000 Euro, davon wird die Hälfte bereits in diesem Jahr fällig. Das Land Hessen gibt voraussichtlich lediglich rund 40 000 Euro Zuschuss. Zudem sei ein neues Gerätehaus in Lehrbach erforderlich, um auch dort ein neues Fahrzeug unterstellen zu können.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare