Jazz

Spielfreudige Spitzen-Musiker in Heimertshausen

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Von New Orleans nach Kirtorf - das geht. Und wie: Trevor Richards lädt zum wiederholten Mal zu einem Konzertabend ein. Am Samstag geben sich Stars des Jazz in der Festscheune ein Stelldichein.

Trevor Richards ist ein Phänomen, der 72-Jährige aus Heimertshausen hat es geschafft, im Vogelsberg echtes Jazz-Feeling zu verbreiten. Die gut sechsstündigen Festivals in seinem Wohnort hat der Schlagzeuger zu einem Stelldichein europäischer Jazz-Größen gemacht. Am Samstag, dem 25. August, lädt der Musiker mit dem charmanten britischen Akzent wieder zum Mitfeiern und -wippen in die Festscheune von Karlheinz Stamm an der Ehringshäuser Straße ein. Nun hofft er auf gutes Wetter, denn dann kann man die Flügel der alten Scheune öffnen und auf dem weiten Hof Platz nehmen, während die Bands mit Classic-Jazz, Swing und New Orleans-Sound aufwarten.

Es geht los um 16 Uhr, "und wir spielen so lange, wie es Spaß macht", strahlt der Drummer beim Vorgespräch. Das wird so zwischen 22 und 24 Uhr sein. Denn die Musiker, die mitmachen, kommen um der Freude willen – mit regulären Gagen kann er bei dem Konzert ohne Eintritt nicht aufwarten. Dabei kommen erfahrene Profis auf die Bühne, so legt Richards zu Beginn mit einem Trio los, dem Matthias Seuffert angehört. Der Klarinettist und Saxofonist hat in London als Musikdozent gearbeitet, mehrere CDs eingespielt und verschiedene Bands bereichert. Sein Schwerpunkt liegt auf klassischem Jazz und Swing. Richards selbst kommt vom New Orleans-Jazz, er hat lange Jahre in der Musikmetropole an der Südküste der USA gelebt.

Es wird kein Eintritt erhoben

"Im Lauf des Tages kommen dann Freunde hinzu", sagt Richards. So will Horst Schwarz Trompete blasen, er ist durch die international renommierte Barrelhouse Jazzband bekannt. Begeistert ist Richards von Tobias Dolle und seiner Band, "ein junger Trompeter, sehr begabt". Er freut sich auch auf Raimer Lösch aus Berlin. Der Trompeter hat schon in den 1960er Jahren in der Musikszene von New Orleans mitgemischt. Lösch war Gründungsmitglied der White Eagle Jazzband, die in den 1960er Jahren den zeitgenössischen New Orleans-Sound nach Deutschland brachte.

Als Gast kommt erstmals Klaus Dau nach Heimertshausen. "Er ist ein sehr unterhaltsamer Sänger und guter Posaunist," beschreibt Richards. Bereits von früheren Konzerten im Vogelsberg ist der Klarinettist Jerry ?enfluk aus Prag bekannt. An Schlagzeug-Kollegen erwartet Richards Thomas Jähn und Udo Beilborn.

Spielort mit "wunderschöner Atmosphäre"

Aus der Region kommt Verstärkung durch das Michele Alberti Trio, das für Swing vom Feinsten garantiert. Das Trio in klassischer Besetzung hat mit Swing und Latin Jazz unter anderem in Homberg und Grünberg begeistert. Ebenfalls regional verwurzelt sind die "Tollen Tröten", ein Ensemble um Saxofonistin Uli Schimpf.

Richards freut sich, mit der Eventscheune in der Ehringshäuser Straße von Heimertshausen einen Spielort mit "wunderschöner Atmosphäre" gefunden zu haben. Dort ist man vor eventuellen Regengüssen geschützt und kann sich auf die Musik konzentrieren. Da man keinen Eintritt nimmt, stehen die Musiker auch nicht unter Druck, "das bringt Spielfreude".

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