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Die vierjährige Isabella Winter mag die Halloween-Figuren in der Gruselscheune. Am 31. Oktober öffnet der Rundgang in Wahlen.

Halloween

Schaurige Gruselscheune öffnet pünktlich an Halloween

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Monster, Vampire, Figuren aus dem Horrorkabinett. Ein Ausflugsziel im Kirtorfer Stadtteil Wahlen ist nichts für ängstliche Gemüter. Die "Gruselscheune" öffnet pünktlich zu "Halloween" am 31. Oktober.

Noch wirkt das alte Backsteingemäuer an der Durchgangsstraße von Wahlen eher unscheinbar. Doch am 31. Oktober zeigt es sich von der ganz düsteren Seite. Dann öffnet Familie Winter die "Gruselscheune" zu Halloween. Seit Monaten sind die Winters mit Eifer dabei, die passende Ausstattung für möglichst gruselige Momente zusammenzustellen.

Geboten wird ein stilecht ausstaffierter Rundgang durch das Nebengebäude des Wohnhauses inklusive dem zum Friedhof umgestalteten Garten. Beim Rundgang sorgen sogenannte maskierte "Live-Erschrecker" für mehr oder weniger schockierende Momente. Der Erlös aus den Eintrittsgeldern kommt dem Tierheim Alsfeld zu gute.

Bei jüngeren Kinden wird nur ein bisschen geschockt, bei Jugendlichen wird aber schon mal gern das ganze Repertoire geboten, wie Jacqueline Winter erzählt. Denn sie will auf ihrem Anwesen keine weinenden Kinder erleben, betont die fünffache Mutter.

Für ängstliche Besucher gibt es Glöckchen, die den "Erschreckern" signalisieren, dass jemand nicht erschreckt werden möchte. Dann gibt es stattdessen Bonbons von den grauslig kostümierten Gestalten am Rande des Weges. Zudem sind überall Ausgänge angelegt, wenn ein Kind nicht mehr weiter gehen möchte.

Ohne all zu viel über die Attraktionen des ungewöhnlichen Rundgangs zu verraten: Der Weg ist mit Tüchern und Spinnweben aus weißem Garn verhängt. Gestalten aus der Horror- und Vampir-Literatur werden zum Leben erweckt, auch eine Hexe spielt eine Rolle. Im Zentrum der Gruselscheune ist ein "Escape-Room" angelegt, dort muss man ein Rätsel lösen, dann öffnet sich der Ausgang.

Wer auf jeden Fall keine Angst vor der Strecke hat, ist Winters vierjährige Tochter Isabella. Mit Begeisterung turnt sie durch den Parcours und ist vertraut mit dem Mix an erschreckenden Elementen.

Geöffnet wird die Gruselscheune am 31. Oktober um 18 Uhr. Da erfahrungsgemäß viele Kinder und Jugendliche schon vorher kommen, haben die Winters ab 15 Uhr bereits eine Flohmarktstraße geöffnet. Dazu werden "Monstergetränke", Popcorn und Kuchen gereicht. In der Gruselscheune sorgen erst abends im Tunnel die Lichteffekte, der Kunstnebel und die "Erschrecker" für Spannung. Der Erlös der ganzen Aktion kommt übrigens dem Tierheim Alsfeld zugute, in den Vorjahren wurden andere soziale Zwecke bedacht.

Nach dem Umzug fehlte etwas

Das Ganze ist eine private Initiative der Familie Winter, vor allem deshalb, weil ihnen "Halloween so grausig viel Spaß macht". Vor vier Jahren ist die Familie nach Wahlen gezogen. Bereits im ersten Herbst hat Jacqueline Winter einen Spinnentunnel an der Haustür angelegt. Vor drei Jahren gestaltete die Familie bereits Garten und Keller recht gruselig um. Dann zogen sich die ersten "Gruselgänge" durch Haus und Garten. Mit großem Erfolg, wie sie sich erinnert. "Das war ein Andrang, auf einmal war die Küche voll mit Kindern."

Deshalb haben ihr handwerklich versierter Lebensgefährte Andreas Karl und sie im Vorjahr die Scheune umgerüstet. Über 200 Kinder sind dann in einem Probelauf durch Gruselscheune und Friedhofsgarten gezogen, immer nur zu zweit auf der Strecke, damit die Effekte nicht verpuffen. Erfreut waren die Winters über die Höhe des Erlöses von 405 Euro für eine Familie aus Romrod mit einer Tochter, die beeinträchtigt ist.

"Uns macht das Ganze einen Riesen-Spaß", berichtet Jacqueline Winter, angesprochen auf die Beweggründe für eine solch aufwendige Aktion für den guten Zweck. Sie ist in Hanau aufgewachsen und hatte dort bei den US-Soldaten immer fantastische Halloween-Erlebnisse. "Das war für mich als Kind wie Weihnachten", sagte sie. Nach dem Umzug in den Vogelsbergkreis hat ihr etwas gefehlt. So wunderte sie sich, dass so wenige Kinder den traditionellen Rundgang von Tür zu Tür machen. Das hat sich geändert: "Inzwischen fragen die Kinder schon im Januar, was wir an Halloween machen."

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