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Die Schutzgemeinschaft Gleental lädt zur erneuten Demonstration gegen den Weiterbau der A 49 ein.

A49

Erneute Fahrrad- und Traktoren-Demonstration gegen die geplante A49

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Die Schutzgemeinschaft Gleental veranstaltet am Freitag, 23. August, um 14 Uhr eine weitere Fahrrad- und- Traktorendemonstration gegen die geplante A49.

Die Schutzgemeinschaft fordert in diesem Zusammenhang die Aufhebung des Planfestellungsbeschlusses aus dem Jahr 2012, da dieser schon bei seinem Erlass "gegen geltendes EU-Recht verstoßen hat."

Die erheblichen Risiken für das Trinkwasser und die drohende Naturzerstörung im Gleental machten einen sofortigen Rodungsstopp und eine Umplanung der A49 erforderlich. Nach Prüfung des zwischenzeitlich mit dem Antrag auf Rücknahme beziehungsweise Widerruf des Planfeststellungsbeschlusses befassten Verwaltungsrechtsanwaltes verstoße der Planfestellungsbeschluss gegen EU-Recht.

Insbesondere missachtet dieser Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie und der UVP-Richtlinie, die zum Zeitpunkt der Planfeststellung schon Geltung beansprucht haben. Die Schutzgemeinschaft unterstützt die Anträge auf Widerruf bzw. Rücknahme des Planfeststellungsbeschlusses im VKE 40 und 30 und prüft weitere rechtliche Schritte gegen die A49. Mit dem Fahrrad-und Traktoren-Umzug wollen die Menschen im dünn besiedelten ländlichen Raum "auf die zerstörerischen Folgen des Autobahnbaus für die Allgemeinheit hinweisen".

So liege im Gleental eine Brunnenkette, die inzwischen bis in den Großraum Frankfurt Trinkwasser liefert. Die Wiesen des Gleentals seien ein einzigartiger Lebensraum für Bienen und andere Insekten. Die Organisatoren der Demo: "Die geplanten Rodungen im Herrenwald und Dannenröder Forst werden den Klimawandel weiter verschärfen".

Die Autobahnplanung gefährde ein Trinkwasserschutzgebiet sowie einen Naturraum für viele bedrohte Tiere und Insekten. Für den Bau sollen 85 Hektar Wald gerodet werden. Neben der zu rodenden Fläche seien erhebliche Randschäden durch Austrocknung des Waldbodens und durch Windwurf zu befürchten, die eine Waldfläche von weitaus mehr als 110 Hektar betreffen könnte. Angesichts der sinkenden Grundwasserpegel in den vergangenen beiden Jahren stelle der Ausbau der A49 ein zusätzliches Risiko für die Trinkwasserversorgung dar", sagt Christoph Schulze-Gockel von der Schutzgemeinschaft Gleental. "Wir befürchten, dass die Bauarbeiten das Grundwasser stark gefährden könnten. Das ist eine große Gefahr für die Menschen in Hessen. Auch wenn der Planfeststellungsbeschluss den ausführenden Baufirmen Auflagen macht, wissen wir spätestens seit Fukushima dass der Mensch die Technik niemals zu 100 Prozent beherrschen kann. Bereits der Bau einer mehrere Hundert Meter langen Brücke und der geplante Autobahn-Verkehr mitten durch dieses Trinkwasserschutzgebiet ist ein unverhältnismäßig großes Risiko."

Die bisherige Planfeststellung in der VKE 40 aus dem Jahr 2012 hätte das Ausmaß der voranschreitenden Klimaveränderung, des Artensterbens und des Wasserschutzes nicht angemessen berücksichtigen können, "weil die wissenschaftlichen Erkenntnisse und Tatsachen nicht bekannt waren".

Die Schutzgemeinschaft Gleental fordert daher eine sofortige Umplanung der VKE 40 und 30 im Klima-, Trinkwasser- und Artenschutzgebiet des (Flora- und Fauna-Habitat-) Herrenwaldes, Gleentals und Dannenröder Forstes. Die Klima-, Arten und trinkwassersschützende Funktion des Gleentals müsse für die Allgemeinheit erhalten werden. Da sich das Ausschreibungsverfahren bei der Planungsgesellschaft Deges verzögere, müssten Dannenröder Forst und Herrenwald solange wie möglich als CO²-Senke, Trinkwasserspeicher und Habitat für bedrohte Arten geschützt werden: "Deshalb ist eine Rodung ab Oktober bis Februar 2020 unbedingt zu unterbinden". Die dramatische Veränderung des Klimas, das millionenfache Artensterben und die anhaltende Trockenheit im Wasserschutzgebiet des Gleentals machten eine Umplanung im Interesse der Allgemeinheit und im Interesse künftiger Generationen notwendig.

Die Schutzgemeinschaft Gleental tritt für eine Alternative für den Trassenverlauf der A 49 ein, die Ökonomie und Ökologie besser in Einklang bringe. Danach könne Stadtallendorf über die ohnehin schon dreispurige Bundesstraße B62 mit Marburg verbunden und an die A 485 nach Gießen angeschlossen werden. "Die A 49 war nicht als Nord-Süd-Magistrale geplant und darf keine Alternative zur A5/A7 werden".

Die Kundgebung beginnt am 23. August Sportplatz in Lehrbach (Ortsteil von Kirtorf) und führt anschließend über die Bundesstraße 62 entlang der geplanten Autobahntrasse zur Kirschbrücke bei Niederklein.

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