Neue Mitte

Bauernmarkt und Weinproben in Kirtorfs Mitte

Kirtorf baut an seiner neuen Mitte. In der Kernstadt soll nicht nur ein Gesundheitszentrum entstehen. Auf einer Bühne soll man Musik lauschen und sich nebendran am Weinschoppen laben können.

Ein schmucker Marktplatz ist oberhalb des ehrwürdigen Rathauses entstanden, nun feierten die offiziellen Vertreter von Kirtorf Richtfest für das Bühnenhaus. Auch wenn die Bauarbeiten erst in vier Wochen abgeschlossen sind, ist bereits gut zu erkennen, wie ansehnlich das neuen Festzentrum der Stadt wird. Die Pflasterung ist mit Basaltstreifen aufgelockert, eine geräumige Bühne wird von einem Holzgebäude geschützt, ein aufgemauerter Brunnen und der Zugang zum angrenzenden Gewölbekeller sind die optischen Blickfänger.

Für knapp 430 000 Euro wird ein Platz entstehen, der gleich mehreren Anforderungen genügt, wie Bürgermeister Ulrich Künz in seiner Ansprache sagte. So ist der Platz barrierefrei ausgelegt und er bietet genug Flächen für einen Wochenmarkt. Künz geht davon aus, dass der Platz wie geplant schon am 19. Juli eingeweiht werden kann.

Gefördert wurden der Abriss von leerstehenden Häusern und Scheunen sowie der Ausbau des Platzes durch das Land im Rahmen der Dorferneuerung mit einem Zuschuss von 75 Prozent der Kosten. Begeistert äußerte sich der Bürgermeister sich über den handwerklichen Sachverstand der Arbeiter. Er hob die Leistung des Bauhofs hervor, der zum Gelingen viel beigetragen habe. Architekt Herbod Gans lenkte den Blick auf die Besonderheiten auf dem schönen Markt mit seinem alten Markthaus. So wurde der alte Gewölbekeller erhalten, er soll als Lager und als Ort für Weinproben genutzt werden.

Die Bühne sei breit genug für Chöre. Ein 11,5 Meter tiefer Brunnen wurde bei den Bauarbeiten gefunden und aufgemauert. Zum Platzcharakter tragen auch die Leuchten bei, viele sind in das Pflaster integriert, dazu noch drei Laternen und Strahler an den Bäumen. Für die Marktbuden stehen Strom- und Wasseranschlüsse bereit. Dort sollen zum Beispiel Bauernmärkte abgehalten werden. Den traditionellen Richtspruch leistete Zimmermann Ralf Schwing.

Im Rahmen der Umgestaltung wurden zwei Wohnhäuser, eine Scheune und Nebengebäude abgerissen, es entstehen vier neue Häuser, zwei alte Häuser werden saniert. Die sogenannten Kirtorfer Höfe und die Häuserzeile an der Neustädter Straße werden als Modellprojekt des Landes noch mit Extramitteln gefördert.

Die Abstimmungsniederlage um den Bürgerentscheid zur Fusion mit Antrifttal (die AAZ berichtete) ließ Ulrich Künz auch beim Richtfest auf dem Oberen Marktplatz keine Ruhe. Er nutzte die Ansprache für einige Anmerkungen.

Die Kommunen Antrifttal und Kirtorf arbeiteten seit Jahrzehnten gut zusammen. "Wir sind der Auffassung, dass wir auf Augenhöhe die Diskussion geführt haben." Er bedauerte, dass die Gemeindevertretung Antrifttal keinen Bürgerentscheid zugelassen habe. Es wäre schade, "wenn die Kommunen nicht zu einer vernünftigen Einheit" zusammengeführt werden".

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