Mit Fahnen und Plakaten ziehen die Demonstranten durch das Dorf. FOTO: KOA
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Mit Fahnen und Plakaten ziehen die Demonstranten durch das Dorf. FOTO: KOA

Kinder verlangen nach Zukunft

Homberg(koa). "Es geht um unsere Zukunft" - Nils und Marvin legten bei diesem Satz noch einmal Inbrunst in ihre Stimme. Der Acht- und der Zehnjährige hatten am Freitag gemeinsam mit Ramona Endres die wohl bedeutendste Ansprache ihres jungen Lebens gehalten. In Maulbach fand eine Demonstration der Anwohner der A49 statt.

Es gehe um ihre Zukunft, "wenn Menschen sich das Recht heraus nehmen, über die Natur zu verfügen", sagten die Kinder Nicht nur, dass sie selbst keine richtigen Winter mehr erlebten, es werde auch in ihrer direkten Umgebung "Umweltzerstörung" betrieben. "Wir sehen es jeden Tag mit eigenen Augen: Gesunder Wald, Lebensraum für unsere Tiere, CO2-Speicher für alle Lebewesen wird für eine Autobahn gerodet, die wir absolut nicht brauchen. Und das in einem Natur- und Trinkwasserschutzgebiet."

Es gab Applaus der rund 160 Demonstranten, die sich hinter der Kirche in Maulbach zum gemeinsamen Zug zur künftigen A-49-Trasse formiert hatten. "Unsere Lebensgrundlage, das Wichtigste, was wir zum Leben haben, wird immer weiter zerstört, es drohen Naturkatastrophen, und wir werden krank, bis unser ganzes System zusammenbricht", betonierten die beiden Jungen ihren Wunsch für ein Umdenken, während nur wenige Kilometer Luftlinie im Dannenröder Forst Hundertschaften der Polizei und Unternehmen damit beschäftigt waren, den Wald zu fällen.

Gemeinsam zogen die Kinder und alle anderen Demonstranten los. Für Patrick Alexander, Initiator der Veranstaltung, war es ein wichtiges Zeichen der Solidarität: "Auch Maulbach und seine Bürgerinnen wie Bürger hat viel mitgemacht." Aber auch ein Zeichen dafür, dass nicht alle Menschen in der Region für die Autobahn sind: "Das stimmt einfach nicht, auch wenn das die Befürworter der Autobahn immer wieder behaupten. Wir finden es schade, dass die Alternativen zur A 49 nie berücksichtigt wurden. Die Situation jetzt ist jedenfalls sehr traurig, wir waren bei den Rodungen dabei."

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