In der Groß-Eichener Kindertagesstätte sollen statt seither drei Gruppen demnächst vier betreut werden. FOTO: RS
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In der Groß-Eichener Kindertagesstätte sollen statt seither drei Gruppen demnächst vier betreut werden. FOTO: RS

Kinder brauchen heute andere Betreuung

  • Rolf Schwickert
    vonRolf Schwickert
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Mücke(rs). Seit fast zwei Jahren dominiert ein Thema die Mücker Kommunalpolitik und bindet einen Großteil der finanziellen Mittel: Es müssen viele Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden. Nach dem für viele überraschenden Ergebnis einer Bestandsaufnahme 2018 folgten bauliche Veränderungen im Bestand, aus dem Kindergarten in Ruppertenrod wurde eine Kindertagesstätte, die zwischenzeitlich von einem Förderverein betriebene Betreuungseinrichtung in Sellnrod kam wieder in Gemeindehand, und am Flensunger Hof entstand der erste Waldkindergarten des Vogelsbergkreises. Aber all diese Neuerungen reichen nicht aus. Deshalb werden in Merlau und Groß-Eichen die Kindertagesstätten erweitert. Wie genau das geschehen soll, wird heute vom Architekten in der öffentlichen Gemeindevertretersitzung vorgestellt.

Anlass für den Ausbau in Merlau und Groß-Eichen ist neben dem steigenden Betreuungsbedarf ein Anpassen an moderne Kinderbetreuung. Denn die Einrichtungen wurden zu Zeiten errichtet, in denen eine Ganztags- und U 3-Betreuung eher einen Ausnahmefall darstellten. So sind neue Gruppenräume geplant, ferner Schlaf-, Essens-, Personal-, Sanitär- und Intensivräume sowie eine Ausweitung der Nebenräumlichkeiten wie Abstellräume, Garderoben und Küchen.

Die Kindertagesstätte in Merlau wurde im Kern 1974 errichtet und 1993 um einen Gruppenraum erweitert. Derzeit weist das Gebäude vier Gruppenräume und einen großen Mehrzweckraum auf.

Die Planungskonzeption sieht einen Anbau in westlicher Richtung auf dem bestehenden Grundstück vor. Die Einrichtung soll nach der Erweiterung eine Betriebserlaubnis für drei Regelgruppen und drei U 3-Gruppen sowie die Waldgruppe erhalten. Dazu sieht der Anbau drei Gruppenräume einschließlich jeweiligem Intensivraum, Waschraum und Schlafraum vor. Daneben werden Küche und ein Essensraum geplant. Zentrales Element des Anbaus ist eine mittig angeordnete Halle (einschließlich Garderobe), welche die einzelnen Funktionsbereiche verbindet. Geplant wird mit einer Holzständerbauweise. Die Kosten werden auf etwa 1,66 Millionen Euro geschätzt.

In Groß-Eichen muss Land gekauft werden

Die Kindertageseinrichtung in Groß-Eichen wurde in den 1990er Jahren errichtet. Wesentliche Umbauten oder Erweiterungen wurden bislang nicht vorgenommen. Derzeit wird die Kindertagesstätte als dreigruppige Einrichtung betrieben. Die Einrichtung soll nach der Erweiterung eine Betriebserlaubnis für vier Gruppen (zwei U 3-Gruppen und zwei altersübergreifende Gruppen) erhalten. Erweitert werden soll an der nördlichen Seite des Gebäudebestandes. Dafür müsste noch die Teilfläche eines Nachbargrundstückes erworben werden.

Der Anbau umfasst einen zusätzlichen Gruppenraum einschließlich Intensiv-, Wasch- und Schlafraum für eine U 3-Gruppe. Der Küchenbereich wird erweitert, um dem gestiegenen Bedarf der Essensbetreuung Rechnung zu tragen. Eine weitere Personaltoilette wird ergänzt, und die alten Schlafräume im Obergeschoss dürfen nicht mehr genutzt werden. Als Kompensation wird ein weiterer Schlafraum in die geplante Erweiterung integriert. Die frei werdenden Räume im Obergeschoss werden als Abstellraum und weiterer Intensivraum genutzt. Die Baukosten für eine Holzständerbauweise werden auf rund 756 000 Euro geschätzt.

Im Doppelhaushalt 2019/ 2020 sind für die Vorhaben im Finanzplan 725 000 Euro (Merlau) und 685 000 Euro eingestellt. Inwieweit Zuschüsse durch das Land oder den Bund gewährt werden können, ist derzeit noch nicht absehbar.

Die öffentliche außerordentliche Sitzung der Gemeindevertretung beginnt heute um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus von Nieder-Ohmen. Die Sitzung findet unter Beachtung der aktuellen Hygienestandards auf Grundlage der Corona-Verordnung statt.

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