Keine Spuren einer Auseinandersetzung

  • vonConstantin Hoppe
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Alsfeld(con). Ein 35-Jährige Mann aus Alsfeld soll laut Staatsanwaltschaft im vergangenen Mai seine ein Jahr ältere Ehefrau in deren Wohnung in der Altstadt mit einem Gipserbeil erschlagen haben. Dafür muss sich der Angeklagte aktuell vor dem Gießener Landgericht verantworten. Die gemeinsamen Kinder im Alter von sechs, acht und zehn Jahren mussten die Tat offenbar mitansehen. Nach der Tat floh der Mann mitsamt der Kinder und wurde später von der Polizei auf der A 7 in Bayern gestoppt und festgenommen. Die Tat als solche hat der 35-Jährige während des Prozesses bereits eingeräumt.

Aktuell kommt eine Verurteilung wegen Totschlags in Betracht - bei einer solchen würde den 35-Jährigen eine Haftstrafe zwischen fünf und 15 Jahren erwarten, wie Staatsanwalt Thomas Hauburger erklärte.

Zu dem Verhandlungstag am Montag konnten allerdings kaum neue Erkenntnisse gewonnen werden: Der Verteidiger des 35-Jährigen hatte bereits zur vergangenen Sitzung Einblick in weitere Untersuchungsakten, die seinen Mandanten betreffen, beantragt - diese trafen allerdings erst in der vergangenen Woche ein und konnten noch nicht abschließend gesichtet werden. Erst wenn klar wird, ob sich aus den sehr umfangreichen Unterlagen weitere Beweisanträge ergeben, kann der Prozess fortgesetzt werden.

Deshalb stand die Sitzung am Montag auch ganz im Zeichen der forensischen Gutachten, die nach der Tat angefertigt wurden: An dem Angeklagten konnten dabei keine Spuren einer größeren körperlichen Auseinandersetzung gefunden werden. Auch eine Beeinflussung des Angeklagten durch Alkohol, Drogen oder Medikamenten konnte bei den Untersuchungen ausgeschlossen werden. An dem Körper der Ehefrau konnten bei der Obduktion Alkohol- oder Drogeneinfluss ausgeschlossen werden. Nur eine kleinere Menge eines Medikaments, das zur Schmerzbehandlung eingesetzt wird, wurde nachgewiesen - jedoch in keiner relevanten Menge. Der Prozess wird im kommenden Jahr fortgesetzt.

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