"Keine Gewalt"

  • Rolf Schwickert
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Vogelsbergkreis(rs). Widerstand gegen Grundwasserraubbau ja, Gewalt gegen Sachen oder Personen nein. So lässt sich eine Stellungnahme der Schutzgemeinschaft Vogelsberg (SGV) zusammenfassen. Im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Gründung der SGV 1989 war von "in Brand gesteckten Anlagen der Wasserversorger" die Rede, die Wasser aus dem Vogelsberg ins Rhein-Main-Gebiet lieferten. Derartige Aktionen gehen aber laut Schutzgemeinschaft nicht auf ihre Mitglieder zurück.

Zur Historie der Bewegung teilt die SGV mit, der Widerstand der Vogelsberger Bevölkerung gegen die Grundwasserförderung in das Rhein-Main-Gebiet existiere bereits seit den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Dieser Widerstand sei einer der Gründe gewesen, aus denen die damalige Grundwasserentnahme vom Ballungsraum durch seine Beteiligung an der Elektrifizierung Oberhessens kompensiert wurde (Grundwasser gegen Strom).

Prinzip Wasser gegen Strom

Der Widerstand der Bevölkerung gegen den Wasserraubbau habe in den 1960er, 70er und 80er Jahren, als die Grundwassergewinnung für Rhein-Main immer stärker ausgeweitet wurde, erheblich zugenommen. Dieser Widerstand organisierte sich in Form verschiedener Initiativen, die durch ihre Arbeit der SGV einen schnellen Start ermöglicht hatten. "Sie waren somit Wegbereiter für die Schutzgemeinschaft."

Von den Personen, die den damaligen Widerstand maßgeblich getragen haben, wurde bei der Jubiläumsfeier stellvertretend für viele andere der "Rebell vom Vogelsberg", Heinrich Muth aus Salz, auch der "Speckemüller" genannt, namentlich erwähnt. Es wurde dargestellt, dass diese Vorgänge, die zur Historie der Widerstände zählen, in der Zeit vor der Gründung der Schutzgemeinschaft Vogelsberg stattgefunden hätten. Dazu zählten Brände von Baugeräten und Brunnenköpfen während der Erschließungsarbeiten im südöstlichen Vogelsberg 1983/1984, "die leider auch zur Geschichte des Widerstandes gegen den Wasserraubbau gehören". Die SGV lehne seit jeher jede Gewalt gegen Personen oder Sachen ab.

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