Bereits vor fünf Jahren wird Bürgermeister Stephan Paule (l.) eine Unterschriftenliste von Bürgern zur Verkehrsberuhigung in der Ortsdurchfahrt Leusel an der B 62 überreicht. FOTO: KL
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Bereits vor fünf Jahren wird Bürgermeister Stephan Paule (l.) eine Unterschriftenliste von Bürgern zur Verkehrsberuhigung in der Ortsdurchfahrt Leusel an der B 62 überreicht. FOTO: KL

A49-Weiterbau

Keine Entlastung für Angenrod und Leusel

  • vonRedaktion
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Dass Anwohner von Bundesstraßen genervt sind vom Durchgangsverkehr, kann ich nachvollziehen - ich war selbst einige Jahre in der Situation. Bevor man aber leichtfertig den Versprechungen jener Institutionen und Menschen, die sowieso neue Straßen bauen wollen, Glauben schenkt, sollte man sich doch selbst ein Bild davon machen, ob der betreffende Straßenbau tatsächlich Entlastung bringt oder das Gegenteil bewirkt.

Dazu muss man einfach eine gute Straßenkarte oder ein gutes Karten- und Navigationsprogramm einsehen und einige relevante Routen mit Rücksicht auf Topologie und Fahrzeugtyp sowie besondere Situationen durchrechnen (lassen) - den Aufwand dafür kann man noch verkraften.

Im Fall der A 49 im Verhältnis zum Durchgangsverkehr auf der B 62 in Angenrod und Leusel wird man feststellen, dass unter dem Strich eher eine größere Belastung zu erwarten ist.

Kein Effekt ist zu erwarten bezüglich der Verkehre mit Zielen auf der Achse von Fulda über Lauterbach und Alsfeld nach Marburg. Ebenfalls bezüglich des gewöhnlichen Autobahn-Fernverkehrs Frankfurt-Kassel und umgekehrt (A 49; A 5, A 7) sind Effekte auszuschließen. Bezüglich des (eher unerheblichen) Teiles des Quellverkehrs aus dem Raum Stadtallendorf Richtung Kassel, der bisher vielleicht unter Inkaufnahme längerer Strecke lieber die unter Umständen schnellere A 5 oder A 7 bevorzugte, ist - wenn überhaupt - eine kleine Entlastung zu erwarten. Dem gegenüber steht - wenn überhaupt - eine kleine Belastung bezüglich des Lkw-Verkehrs ab Alsfeld Richtung Kassel, der das nord-osthessische Bergland mit seinen Steigungen meiden und die Vorteile der A 49 nutzen möchte - ebenfalls längere Strecke in Kauf nehmend.

Blieben noch die Ausweichverkehre bei Staus auf den Autobahnen. Eine geringe Entlastung steht bezüglich jener Fälle zu erwarten, in denen bei Staus auf der A 5 die B 49 ebenfalls dicht ist. Die Belastung bezüglich Ausweichverkehren bei Staus auf der künftigen A 49 (die bevorzugte Süd-Nord-Verbindung), die dann über die B 62 die A 5 ansteuern, dürfte deutlich größer sein!

Armin Ruckelshausen, Alsfeld

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