Keine Angst vor der Narkose

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Lauterbach(pm). Zur Auftaktveranstaltung im Rahmen von Treffpunkt Gesundheit am Krankenhaus Eichhof hatte Dr. Norbert Sehn in die Cafeteria eingeladen. Im Vortrag widmete er sich der modernen Anästhesie und richtete einen Blick auf deren Entwicklung im 21. Jahrhundert.

Ob bei ambulanten oder stationären Operationen, im Rettungswagen oder geplant im Krankenhaus: Ohne Narkose ist ein Großteil der medizinischen Versorgung heute nicht denkbar. "Narkotika finden Eingang in diverse Bereiche der Medizin, so zum Beispiel in der Anästhesiologie, der Intensiv- und Notfallmedizin, bei Schmerztherapien und in der Palliativmedizin", führte der Facharzt die fünf Säulen der Einsatzgebiete, in denen Betäubungsmittel Anwendung finden, vor Augen.

Sehn gab Einblicke in den Arbeitsplatz eines Anästhesisten, die möglichen Weiterbildungsmaßnahmen für Fachärzte und welche Trainingseinheiten für Teams angeboten werden. Darüber hinaus erläuterte er die aktuelle Vorgehensweise und die Qualität der Überwachung, welches Atemwegsmanagement zum Einsatz kommt und mit welchen Medikamenten gearbeitet wird. Wie minutiös die Sicherheitskonzepte zur Verhinderung von Notfällen eingehalten werden müssen, all das fand Niederschlag.

Der Chefarzt erläuterte, wie die Betreuung und Überwachung der Patienten bei einem Eingriff aussieht und beschrieb den Einsatz von EKG, welche Rolle die Sauerstoffsättigung im Blut spielt und wie Temperatur und Narkosetiefe überwacht werden. Auch Nebenwirkungen wie Delir oder Reizung des Rachenraumes fanden Beachtung.

Besonderes Augenmerk richtete der Referent auf die Verbesserung der Patientensicherheit. Sehn erläuterte die zeitlichen Abläufe und Maßnahmen vor, während und nach einer Operation. Er verglich die Risiken in Statistiken der jeweiligen Dekaden seit 1950, wie die Entwicklung der anästhesiebedingten Mortalität sich bis heute auf nahezu null reduziert hat und welche Relevanz das Alter eines Menschen auf eine Narkose hat. Solange die elektronische Gesundheitskarte noch keine guten Informationen über den Gesundheitszustand enthalte, könne jeder Patient zu seiner Narkose beitragen, indem er sich seine Krankenakte mit Medikamentenplan und Befunden anlegt und diese zum Vorgespräch mit dem Anästhesisten mitbringt. Zu guter Letzt präsentierte Sehn eine Checkliste für die Gesundheitsplanung im Alter. Er riet, Präventionsmaßnahmen zu nutzen, Impfungen wahrzunehmen, auf Ernährung und Bewegung zu achten und die Bedeutung des psychosozialen Umfeldes mit angepasster Wohn- und Lebenssituation nicht zu vernachlässigen. "Treffen Sie rechtzeitig Regelungen für das Alter", empfahl er.

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