A49

Kein "Weiter so"

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Nach dem Beitrag von Prof. Kleinebecker zur Autobahn ist der Beitrag von Frau Prof. Möhring in der AAZ ein weiterer Aspekt zur Diskussion um die A 49. Das Wuppertaler Klimainstitut macht deutlich, dass wir versuchen müssen, den Straßenverkehr bis 2035 zu halbieren. Frau Möhring erklärt: "Mittelfristig wird die Autobahn von Logistikansiedlungen flankiert." Beides zugleich geht nicht. Eine Gesellschaft muss sich darüber klar werden, was sie will, was erforderlich ist, und das betrifft die Erwartungen und Ansprüche von uns allen, von den Industrieunternehmen bis zu den Privathaushalten.

Im Rahmen der Logistik sind folgende Aussagen zu Erfordernissen des Transports richtig: "Das Lager rollt quasi in Form von vielen Lkw auf der Straße", "Ü-Eier wären bei Befüllung in Deutschland zehnmal teurer als bei der Produktion in China". Leider decken sich betriebswirtschaftliche nicht immer mit volkswirtschaftlichen Interessen und globalen Erfordernissen. Die externen Kosten des Straßenverkehrs wurden in der Infras-Studie von 2019 für Deutschland auf etwa 140 Milliarden Euro berechnet, die überwiegend von der Allgemeinheit zu tragen sind. Die globale Problematik ist bekannt. Viele Aussagen des Artikels sind richtig. Sie erfordern aber ein Weiterdenken: "Der neue Korridor wird (von der Logistik) sehr schnell akzeptiert werden." Wird das die "Entlastungswirkung" der A 49 befördern? 40 Prozent der Gewerbefläche sind Logistik. Wird deren Flachbauweise die Reduktion des Flächenverbrauchs bewirken? "Arbeitsplätze verdoppeln sich im unmittelbaren Umfeld einer Autobahnauffahrt." Wo gehen sie verloren? Logistikeinrichtungen bedeuten für Kommunen "hohe Investitionskosten und geringe Erlöse", kein Kommentar. "Lagerbestände verursachen unnötige Kosten" (wer bezahlt für Just-in-time-Produktion?)

Wir müssen uns klar werden, was für ein Leben wir für uns und unsere Kinder wollen. Ein "Immer weiter so", ein stetiges Wachstum ist in unserem individuellen Leben nicht möglich und nicht für die gesamte Gesellschaft. Die jetzige Krise zeigt, dass manches anders geht: Zwei Pendlerfahrten nach Frankfurt können vielleicht durch zwei Tage am PC zu Hause ersetzt werden.

Reinhard Forst, Amöneburg

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