+
Die Ärztinnen der Praxis an der Ohm, Susanne Sommer (l.) und Dr. Mehriar Aliakbari (r.), übernehmen den Kassenarztsitz von Dr. Ute Erdmann.

Kassenarztsitz gesichert

  • schließen

Mücke (rs). Die ärztliche Versorgung in Mücke bleibt stabil: Dr. Ute Erdmann aus Merlau übergibt ihren Kassenarztsitz an Dr. Mehriar Aliakbari und Susanne Sommer. Beide betreiben die Praxis an der Ohm in Ruppertenrod. Bereits Ende Dezember 2018 hatte Dr. Erdmann ihre Kassenarztpraxis in Merlau geschlossen. Rund vier Jahre lang hatte sie versucht, einen Nachfolger für die Praxis zu finden.

Leider war dies der engagierten Ärztin nicht gelungen. So wurde die Hausarztpraxis wie viele andere Praxen in ländlichen Gebieten in Hessen geschlossen, weil es niemanden gab, der die Versorgung in diesem Gebiet übernehmen wollte. Erdmann ist allerdings weiterhin privatärztlich tätig - mit den Schwerpunkten Chirotherapie, Osteopathie, Akupunktur und Homöopathie.

Damit der Kassenarztsitz für Mücke nicht verloren geht, hat die Praxis an der Ohm in Ruppertenrod den Sitz anteilig von Dr. Erdmann übernommen. Diese freut sich darüber, dass die Patienten nun gut versorgt sind. Auch ohne diesen formalen Schritt hatte sich bereits ein Teil der Erdmann-Patienten nach Ruppertenrod gewandt. Dort arbeiten seit Januar diesen Jahres in einem jungem Team drei Fachärzte für Allgemeinmedizin und eine Ärztin in Weiterbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin.

Zur Problematik der Nachfolgesuche bei Hausärzten im ländlichen Raum erläuterte die Allgemeinmedizinerin Susanne Sommer, junge Mediziner wollten heute nicht mehr allein arbeiten. Ihnen sei an Teamarbeit gelegen, um privat und beruflich flexibler agieren zu können. Durch den jetzt der Ruppertenröder Praxis zugeschlagenen halben Facharztsitz verfüge man über ein größeres Budget. Denn je Facharztsitz können Leistungen für 1200 Patienten abgerechnet werden. Mit der Übernahme der Erdmann-Praxis sind für Mücke 6,5 Arztsitze erhalten geblieben. In Nieder-Ohmen sind es noch die Praxen Fiernkranz und Katzer. Allgemeinmedizinerin Sommer geht davon aus, dass die ärztliche Versorgung in den Bereichen Gemünden und Kirtorf durch die Praxis Buff sicher angelegt ist. Im Raum Ulrichstein stehe indes eine Veränderung an, das könne auch die Praxis in Ruppertenrod tangieren. Allerdings streben der Landkreis und die Stadt über ein medizinisches Versorgungszentrum an, die ärztliche Versorgung aufrechtzuerhalten.

"Man darf nicht bis zur Schließung warten. Man muss schon zehn Jahre vorher anfangen, sich um die Nachfolge einer Landarztpraxis zu kümmern", rät Medizinerin Sommer ihren älteren Kollegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare