Corona-Krise

Ein kaputtes System macht weiter

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Die sich ausbreitende Corona-Krise ist beunruhigend. Die getroffenen Gegenmaßnahmen haben eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung.

Die andere Krise, die sich schon seit längerer Zeit aufschaukelt, ist vor allem die ungebremste Finanz- und Börsenspekulation, die mit Hochdruck laufenden Gelddruckmaschinen, die damit einhergehende Inflationsgefahr und ein sich schon länger abzeichnender Schrumpfungsprozeß in der Realwirtschaft. Von Rezession und Weltwirtschaftskrise wird geredet. Eine gewaltige Blase droht erneut zu platzen.

Dies ist die ganz normale und sich nun verschärfende kapitalistische Krise und sie hat gar nichts zu tun mit Corona. Die Bundesregierung hat nun angekündigt, eine halbe Billion Euro für die "Not leidende Wirtschaft" ausgeben zu wollen. Angeblich sei das Geld da und müsse nun ausgegeben werden. Es wird wieder so kommen, wie nach der "Immobilienblase": die Banken und die Konzerne, die Verursacher der Krise, stehen wieder in den Startlöchern, schreien nach Staatsknete, betrachten das gesellschaftliche Vermögen als Selbstbedienungsladen und ihre politische Kaste hilft dabei. Unsummen sollen fließen. Ein noch "nie dagewesenes Konjunkturprogramm" nach dem Gießkannenprinzip soll aufgelegt werden. Das Kurzarbeitergeld soll auch an Konzerne gezahlt werden, welche im Geld schwimmen.

In der Lebensmittelbranche wird das Arbeitsverbot an Sonntagen gelockert, obwohl es nach übereinstimmender Auffassung überhaupt keine Versorgungsengpässe gibt. Corona macht’s möglich.

Ein kleines Virus hilft, das Hirn komplett zu vernebeln, den Blick auf das zu verstellen, was noch so läuft: wir werden wieder über den Tisch gezogen, damit die Profite weiter sprudeln und ein kaputtes und klimafeindliches System weitermachen kann.

Die Zeche sollen wir alle bezahlen. Wo bleibt der Aufschrei?

Frank Bönning,

Lauterbach

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