Stefano Jardella erläuterte das Bauprogramm der BIGO, die Glasfaserkabel zwischen Hauptverteilern und Kabelverzweigern (blauer Bereich der Grafik) verlegen will. (jol)
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Stefano Jardella erläuterte das Bauprogramm der BIGO, die Glasfaserkabel zwischen Hauptverteilern und Kabelverzweigern (blauer Bereich der Grafik) verlegen will. (jol)

Stadtparlament gibt den Datenturbo für Romrod frei

Romrod (jol). Wenn alles glatt geht, haben die Romröder in drei Jahren die Wahl zwischen dem Telefonanschluss der Telekom und einer schnellen BIGO-Leitung.

Um alle Vogelsberger Haushalte an das schnelle Datennetz anzuschließen, schließen sich zur Zeit 17 der 19 Vogelsbergkommunen und der Landkreis der BIGO an. Das ist eine Gesellschaft, die extra gegründet wurde, um das zu leisten, was private Anbieter wie Telekom oder Kabel Deutschland nicht tun, nämlich den Anschluss kleiner Dörfer an schnelle Kabel. Am Donnerstag stellte BIGO-Prokurist Stefano Jardella die neue Datenstruktur in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung Romrod vor. Danach waren alle Fragen geklärt, das Stadtparlament schloss sich der Haltung von Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg an und beschloss den Beitritt zur Breitband-Investitionsgesellschaft Oberhessen BIGO für 73500 Euro.

Informativ waren die Ausführen Jardellas auch deshalb, weil er überzeugend schilderte, weshalb die BIGO in die Bresche springen mus, wenn die Privatwirtschaft versagt. Die BIGO will etwa 1000 Kilometer Glasfaserkabel in Vogelsberg und Wetterau zwischen den Hauptknoten und den Kabelverzweigern verlegen. Von den Kabelverzweigern, den "grauen Kästen in der Ortsmitte", gehen die kupfernen Hauskabel ab. Die Glasfaserkabel sorgen dann für Datenraten von 30 Megabit pro Sekunde, in vielen Dörfern ist noch 1 MBit Standard.

Private Firmen verlegen Glasfaserkabel nur in städtischen Gegenden, weil sich die Investition dann in zehn Jahren rechnet. Die BIGO als öffentlicher Träger will die Investition über 30 Jahre abschreiben. Wie Jardella weiter erläuterte, will die BIGO das Netz an einen Diensteanbieter vermieten. Das soll ein solides Unternehmen (wie Vodafone) sein, das dann Kunden für Daten- und Telefonierdienste sucht. Gebaut werden die neuen Leitungen ab Frühjahr nächsten Jahres, die letzten Dörfer werden Ende 2018 angeschlossen, so Jardella. Konkret bedeutet das, dass die Bürger dann gebeten werden, ihr Telefon bei einem anderen Anbieter als Telekom anzumelden. Denn die Telekom arbeitet nur in eigenen Netzen, ist aber nur bei einem Millionenzuschuss bereit, kleine Dörfer anzuschließen. Das letzte Stück vom Kabelverzweiger ins Haus geht durch Kupferkabel der Telekom, das mindert aber nicht die hohe Übertragungsqualität. Übrigens sei Funk keine Alternative, so Jardella. Denn dann hängen viele Nutzer an einer Funkzelle und wenn sich viele einschalten, geht die Qualität in den Keller.

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