Viel Spaß haben die Kinder und Jugendlichen bei den Angeboten der Jugendbetreuung. FOTO: PM
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Viel Spaß haben die Kinder und Jugendlichen bei den Angeboten der Jugendbetreuung. FOTO: PM

Jugendarbeit in Corona-Zeiten

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Mücke(pm). Jugendbüro und Jugendraum im alten Bahnhof von Nieder-Ohmen füllen sich zunehmend mit Leben und Angeboten für Kinder und Jugendliche. Neben der breit angelegten Sommerbetreuung in den vergangenen Wochen ist jetzt auch eine regelmäßige Betreuung der Kinder im Schuljahr 2021/22 in Planung. Ein Bedarf dafür wird nicht nur in Corona-Zeiten gesehen.

Durch die Pandemie-Einschränkungen konnten unter anderem die vom Vogelsbergkreis geplanten Kinder- und Jugendfreizeiten nicht stattfinden. Dies ermöglichte es der Mücker Jugendbetreuung, eine kreisweite Ferienbetreuung zu organisieren. Die Jugendpflegerinnen der Gemeinde, Katharina Schell und Vanessa Bartelmess, stellten daher in kürzester Zeit in Zusammenarbeit mit dem Vogelsbergkreis eine Betreuung in der zweiten und fünften Ferienwoche auf die Beine.

Vorab kontaktierte man alle Eltern mit Unterstützung der Schulen und ermittelte den tatsächlichen Bedarf. Viele Eltern hatten aufgrund der Pandemie große Teile ihres Urlaubs bereits aufgebraucht, und die Mehrzahl der Familienurlaube fielen in diesem Jahr ganz aus. Durch das Engagement von Vogelsbergkreis und Kommune konnte dem glücklicherweise begegnet werden, und insgesamt 25 Kinder kamen so in den Genuss von Spaß und Spiel in ihren diesmal etwas anderen Sommerferien. Es wurde über die Homepage des Kreises eine anwendungsfreundliche Anmeldeplattform eingerichtet, worüber die Eltern ihre Kinder für das entsprechend örtliche Angebot anmelden konnten. "Wir sind dankbar und froh, dass unser Kind nun doch noch mit anderen Kindern eine ganze Woche lang so einen Spaß haben konnte", meinte eine Mutter. Unter anderem wurde gekickert, gebastelt, es wurden T-Shirts mit selbst gestalteten Schablonen und Sprayfarbe gestaltet, outdoor ein Parkour aufgebaut und vieles andere mehr. Selbstverständlich musste auch mindestens einmal gemeinsam ein leckeres Eis gegessen werden. "Trotz der Eile und Umstände waren die beiden Wochen wirklich ein voller Erfolg!", resümierte Schell.

Unabhängig von der gelungenen Maßnahme und Reaktion auf die Auswirkungen des Lockdowns kam eine Elterninitiative auf die Pädagogen der Kinder- und Jugendarbeit in Mücke zu, die um Rat und Tat baten, um eine Ferienbetreuung für ihre zukünftigen Schulkinder ab 2021 zu etablieren. Der Jahresurlaub reiche für die insgesamt 14 Wochen Ferienzeit im gesamten Jahr einfach nicht aus. Zudem müssen viele Eltern ihre Urlaubsplanung bereits im Herbst des Vorjahres beim Arbeitgeber kundtun, oder aus anderen Gründen Planungssicherheit im Voraus haben. Die Sorge um ihre Kinder, die dann "in der Luft hängen", oder man Beruf und Familie nur unter Einbußen kombiniert bekommt, ist groß.

Also machten sich die Jugendpflegerinnen ans Werk, und nach einigen Telefonaten und Bemühungen konnten Schell und Bartelmess nun in Kooperation mit den Schulen und Kindergärten zunächst eine Bedarfsabfrage starten. Andrea Schulz (stellvertretende Leiterin der Grundschule Kunterbunt in Nieder-Ohmen) gab bereits grünes Licht und äußerte Bereitschaft, Räumlichkeiten der Schule dafür zur Verfügung zu stellen. Weiter wird es eine Info-Veranstaltung für alle Interessierten dazu Anfang Herbst im Dorfgemeinschaftshaus Nieder-Ohmen geben. Dabei werden dann Rahmenbedingungen, Kosten und Inhalte miteinander besprochen und offenen Fragen Raum geboten werden.

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