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WER LIEFERT WAS?

Jetzt zählt die Treue der Kunden

  • Kerstin Schneider
    vonKerstin Schneider
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Die Corona-Krise hat gerade die Einzelhändler mit voller Wucht getroffen. Die Umsätze sind zum Teil völlig eingebrochen. Auch in Homberg versuchen Geschäftsinhaber, trotz Zwangsschließung ihrer Läden zumindest kleine Einnahmen zu erzielen.

Seit fast zwei Wochen kämpfen die Geschäftsleute mit den Folgen der Corona-Krise. Die meisten Läden sind geschlossen, der Einzelhandel ist aber nicht zum Erliegen gekommen. Viele sind weiter für ihre Kunden da. Sie bieten Abhol- und Lieferservice und informieren über Telefon und in den sozialen Netzwerken.

Rasch war man sich im Gewerbeverein einig, die Plattform hombergerleben.de zu nutzen, um die Angebote und Dienstleistungen zu bewerben, die trotz der Einschränkungen noch möglich sind. Unter dem Motto "Wir halten zusammen" präsentieren sich die Gewerbetreibenden. Sie appellieren an die Kundschaft, ihnen in der Krise die Treue zu halten. "Wir wollen zeigen, dass wir nicht einfach aufgeben, sondern mehr denn je auf sie angewiesen sind", heißt es beim Vorstand des Gewerbevereins. Denn ohne geöffetes Geschäft "fällt es vielen von uns schwer, den Mitarbeiter- und den eigenen Lebensunterhalt zu finanzieren".

So bieten Gastronomie- betriebe wie Frankfurter Hof, "Der Grieche" und Martin Jantosca Catering einen Abhol- und Lieferservice für Speisen an. Gleiches macht auch die Metzgerei Haupt und Danzeisen zusätzlich zum Verkauf im Laden während der regulären Öffnungszeiten.

Wer derzeit seine Dienstleistungen nicht anbieten kann, der bittet die Kunden um Solidarität. "Gutscheine, Stylingprodukte und kleine Geschenke können weiterhin erworben werden", so die Friseure von Vicky Nix und von Ulrikes Haarstübchen. Im Fitnesstudio La Vita kann man sich Geräte ausleihen oder zu den Videos daheim selbst trainieren.

Ähnlich wie die Buchhandlung (die AAZ berichtete) setzen das Schuhhaus Seibert und das Modehaus Metz auf eine Beratung und Lieferung, die weitgehend "kontaktlos" erfolgt. In den Schaufenstern (Schuhe) und auf den sozialen Plattformen ist das Frühjahrsangebot einsehbar, per Telefon kann bestellt werden. Dann wird die Ware vor die Tür gelegt, kann bequem probiert werden, wird bei Nichtgefallen wieder abgeholt oder später bezahlt, wenns gefällt. "Das geht ganz gut, auch wenn es kein Vergleich ist zur normalen Öffnung des Geschäfte", sagt Stephanie Viehl vom Schuhhaus. Eine Weile könne man durchhalten, auch weil Lieferanten zum Teil kulant seien, teilweise Lieferungen stoppen oder eine spätere Bezahlung einräumen. Dennoch stoße man an Grenzen. Die neue Ware kann sie nicht so präsentieren, wie sie es gern tun würde. Viehl: "Ich kann das Schaufenster nicht bis oben vollstopfen."

Ähnlich geht es ihrem Kollegen Michael Metz vom gleichnamigen Modehaus in der Frankfurter Straße. Das Liefern von Kleidungsstücken an die Haustür wird zwar angenommen, aber die Zurückhaltung ist gerade bei der klassischen Kundschaft des Ladengeschäfts doch spürbar.

Regeln zu streng?

Stücke aus der aktuellen Frühjahrskollektion werden bei Facebook und Instagram gezeigt, Stammkunden bekommen auf Wunsch eine Auswahl geliefert. Metz wendet ein, dass die geltenden Einschränkungen Ladeninhaber auf den Land vor noch größere Probleme stellen als anderswo: "Die Regeln werden für die Großstadt gemacht. Wir haben doch kein Gedränge wie im Outletcenter." Er würde keine Schwierigkeit darin sehen, im Geschäft die Abstandsregelungen einzuhalten. So wie viele Unternehmen hat Metz einen Antrag aus dem Soforthilfeprogramm gestellt: "Nicht gleich am Montag, da kam ich nicht durch." Am Dienstag klappte es: "Aber wahrscheinlich sind trotzdem 7500 Anträge vor mir dran. Immerhin habe die Politik zugesagt, dass genug Geld da ist, wenn die Anträge bis Ende Mai gestellt werden.

Unter der Rubrik "Coronavirus - Wer liefert was" gibt es auf der Internetseite des Homberger Gewerbevereins auf www.hom- bergerleben.de einen Überblick der einzelnen Geschäfte.

Verzeichnet sind auf dieser Seite etwa die Versicherungsagenturen von Stefan Haumann und Julia Braun-Seibert, die nun verstärkt telefonisch für ihre Kunden da sind.

Während die Apotheken normal geöffnet haben, bieten die Werkstatt von Norbert Lein, die Brillengalerie von Jochen Mink und Weitzel Sanitär und Haushalt weiter ihre Dienste an.

Die Fahrschule Bernhard betreut Schüler auf Wunsch telefonisch oder über Fernlernprogramm. Auch der Reiseladen Jux, die Blumenwerkstatt Flora Creativ und das Fotostudio Hohl sind weiterhin für ihre Kunden da, entweder telefonisch, auf Bestellung oder nach Terminvereinbarung. Das gilt ebenso für das Optik-Geschäft Gertler und die Seifenmanufaktur Glatthaar. ks

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