Jens Mischak. FOTO: RS
+
Jens Mischak. FOTO: RS

Jens Mischak bleibt CDU-Chef

  • Rolf Schwickert
    vonRolf Schwickert
    schließen

Bei der Vogelsberger CDU bleibt alles beim Alten: Dr. Jens Mischak wurde ohne Gegenstimme als Vorsitzender bestätigt. Aber vor der Kommunalwahl im März 2021 wird sich die CDU noch aufrappeln müssen. Und dabei setzen Mischak und andere CDUler auf klare Verhältnisse an der Bundesspitze und zu Parteien am Rande des politischen Spektrums.

Gute CDU-Arbeit im Vogelsbergkreis reicht nicht: Trotz Erfolgen im Kreis werde man als Partei auch in Mithaftung genommen, wenn überregional ein schlechtes Licht auf die Partei geworfen werde, sagte Vorsitzender Dr. Jens Mischak am Samstag beim Kreisparteitag in Eifa. . Es gelte zu klären, wo die CDU im politischen Spektrum eigentlich stehe. Wenn das klar sei, wäre es nicht zu dem Hin und Her der letzten Wochen gekommen. In einer sehr engagierten Rede warb Mischak für eine Stärkung der CDU und eine klare Profilierung im Vorfeld der Kommunalwahl im März 2021.

Man dürfe nicht verzagt in der Ecke sitzen und Angst vor Wahlverlusten haben, sondern müsse dann seine Standpunkte überprüfen, sagte der Vorsitzende. Damit gehe es um Glaubwürdigkeit und Vertrauen.

"Nach links und rechts sollten wir keine Kooperationen eingehen", sagte Mischak. "Was ist der Wunsch unserer Basis, der Wunsch sich abwendender Mitglieder? Es ist der Wunsch nach Konservativismus", konstatierte der Vorsitzende. "Aber was heißt das? Wir müssen eigene Themen setzen und uns abwenden davon, die Themen anderer Parteien aufzugreifen und mit CDU-Anreicherungen zu bespielen." Man dürfe nicht von den Dingen abzurücken, die den Wohlstand des Landes mitbegründet hätten.

"Wir tun im Vogelsbergkreis soviel wie kaum in einem anderen Landkreis in Hessen für den Klimaschutz und Nachhaltigkeit", zeigte sich Mischak überzeugt. "Greta Thunberg und Umfeld müssen auch sagen, was sie von Samstag bis Donnerstag für unser Land tun wollen", rief er den 60 Delegierten zu. "Freitag reicht nicht, wenn man ernst genommen werden will."

Eigene Themen seien zu setzen, betonte der Vorsitzende. "Wir müssen wieder die Partei des Rechtsstaates werden, wir brauchen einen neuen Generationenvertrag, wir müssen definieren, wo unsere Interessen bei einer Zuwanderung liegen, und es geht um die Frage der Landwirtschaft." Die Belastungen der Bauern seien hoch, ebenso deren Frustration. "Wir müssen deutlich machen, dass wir nicht die Feinde der Bauern sind. Wir müssen den Kontakt halten". SPD und Grüne suchten den erst gar nicht, die würden woanders gewählt.

Zur Situation der CDU auf Bundesebene und in Hinblick auf den Bundesparteitag am 25. April sagte Mischak, "ich glaube, wir haben uns das alles anders gewünscht. Ich hatte gehofft, dass mit den Mehrfachkandidaturen mal Schluss ist. Mischak und der vormalige Landtagsabgeordnete Kurt Wiegel werden werden Delegierte beim Bundesparteitag sein. Egal wer gewählt werde, den Sieger dürfe man im Nachging nicht demontieren, appellierte Mischak. "Wir haben vielleicht noch diesen einen Schuss frei, müssen in die politische Mitte und weg von den Rändern", verdeutlichte Mischak seine Sichtweise. "Wir müssen es auch nicht jedem in Deutschland recht machen wollen, das ist rum, wir müssen sagen, wo wie stehen und mit wem wir Politik machen wollen", stellte der Vorsitzende klar.

Im Kreisverband sei man gut aufgestellt, bilanzierte Mischak, man brauche aber mehr Mitglieder und die Unterstützung der örtlichen Gliederungen. Zur Kommunalwahl im März 2021 sagte Mischak, der Generationswechsel habe sehr gut geklappt (im Vorsitz von Ulrich Künz zu Mischak und an der Fraktionsspitze von Dr. Hans Heuser zu Stephan Paule), die CDU habe einen klaren wertorientierten Kompass und entwickele den Vogelsbergkreis zu einem Modellkreis im ländlichen Raum.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare