Die Volksbank Feldatal erzielt Mieteinnahmen auch aus dem Wohnhaus auf dem Nachbarareal. FOTO: JOL
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Die Volksbank Feldatal erzielt Mieteinnahmen auch aus dem Wohnhaus auf dem Nachbarareal. FOTO: JOL

Insolvenzen mit Verzögerung

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Feldatal(pm/jol). Spät im Jahr, aber mit einem überaus positiven Ergebnis verlief die Generalversammlung der Volksbank Feldatal. Bilanzsumme, Mieteinnahmen und Kreditgeschäft für das Jahr 2019 entwickelten sich weiter positiv, größere Risiken sind nicht erkennbar. "Das Jahr 2019 war wieder ein bewegtes Jahr, das abermals durch die extreme Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank gezeichnet war; dennoch konnte sich die Volksbank dank guter Einnahmen aus Vermietung weiter am Markt behaupten", fassten es die Vorstandsmitglieder Stefan Wiederspahn und Günter Benda zusammen.

Wiederspahn ging besonders auf die Auswirkungen der Corona-Krise für die Volksbank Feldatal und den Bankensektor im Allgemeinen ein. Wie bereits in der Finanzkrise vor Jahren seien vor allem die Regionalbanken, also Genossenschaftsbanken und Sparkassen, "letztlich ein Fels in der Brandung". Genau das gelte auch für die Volksbank Feldatal. Ihre Risiken im Kreditgeschäft hätten sich bislang trotz Corona in keiner Weise erhöht. Gerade große Banken hätten dagegen die Risikovorsorge für potenziell faule Kredite stark erhöht. So nannte er die Commerzbank und mehrere Landesbanken.

Die Folgen des Herunterfahrens der Wirtschaft werden erst später zu spüren sein. So sagte Wiederspahn, die Insolvenzen kamen nach den letzten Rezessionen in der Regel erst, als die Talsohle der jeweiligen Krise bereits durchschritten war. Der Höhepunkt der Insolvenzen wird erst in dem auf die Corona-Krise folgenden Aufschwung kommen, also etwa 2021/22.

Kreditgeschäft ausgeweitet

Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase verzeichnet die Volksbank gute Zahlen für 2019, wie Günter Benda in der Versammlung erläuterte. Die Bilanzsumme stieg um 7,3 Prozent auf nunmehr 56,5 Millionen Euro. Das Kreditgeschäft konnte um 7,7 Prozent auf 22,1 Millionen Euro ausgebaut werden. Die Kundeneinlagen, darunter fallen Spareinlagen, Tages- und Termingelder, konnten ebenfalls gesteigert werden. Sie gingen um 7,8 Prozent auf nunmehr 30,5 Millionen Euro hoch. Die Mieterträge nehmen bei der Volksbank inzwischen eine bedeutende Rolle ein. Sie wuchsen im vergangenen Jahr auf nunmehr 1,253 Millionen Euro an. Im Immobilienbestand der Volksbank Feldatal haben sich inzwischen sehr hohe stille Reserven angesammelt, das Vermögen der Volksbank steigt daher Jahr für Jahr deutlich an.

Aus dem Aufsichtsrat berichtete Vorsitzender Dr. Wolfgang Hartmann, der auch die Generalversammlung leitete. Vorgestellt wurde auch der Bericht zu den Ergebnissen der gesetzlichen Prüfung.

Die Versammlung stimmte der Verwendung des Jahresüberschusses mit einer Dividendenausschüttung von drei Prozent zu. Einstimmig wurden Vorstand sowie Aufsichtsrat entlastet.

Die Generalversammlung ist mit Blick auf die Dividende so spät im Jahresverlauf abgehalten worden - wie vorgeschrieben als Präsenzsitzung, aber mit allen Hygienemaßnahmen. Wie Stefan Wiederspahn erläuterte, ist ein Grund für den späten Versammlungstermin die Corona-Situation. Außerdem hat im Sommer die Bankenaufsicht BaFin wegen Covid 19 untersagt, Dividende zu zahlen. "Das wollten wir aber für unsere Mitglieder und hofften deshalb darauf, dass dies am Jahresende wieder möglich sei." Das ist auch eingetreten.

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