Die Wanderstrecke ist anhand der Schilder gut erkennbar. Ergänzend kann der Wegeplan als Orientierung dienen. Vorgeschlagen wird die Wanderung im Uhrzeigersinn. Entsprechend sind die einzelnen Stationen nummeriert. FOTO: SF
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Die Wanderstrecke ist anhand der Schilder gut erkennbar. Ergänzend kann der Wegeplan als Orientierung dienen. Vorgeschlagen wird die Wanderung im Uhrzeigersinn. Entsprechend sind die einzelnen Stationen nummeriert. FOTO: SF

Gut informiert auf den Erzweg

  • vonJutta Schuett-Frank
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In diesen Tagen bieten sich Wanderungen in der Natur nur so an. Man ist an der frischen Luft, stärkt das Immunsystem und erlebt die aufblühende Natur. Eine besondere Möglichkeit bietet das Wandern auf dem Erzweg. Weil dort Führungen derzeit ausfallen, kann man sich die Stationen mit einer Karte selbst erschließen.

Warum Erzweg und wo gab es denn hier überhaupt Bergbau? Diese Fragen mag sich der Wanderer stellen, wenn er als Ortsunkundiger die Fluren der Gemeinde Mücke durchstreift. Man will es nicht glauben, dass vor rund 100 Jahren Hunderte Bürger aus der engeren Heimat ihr Auskommen in den hiesigen Eisenerzgruben fanden.

Aber wenn man weiß, wo und was man zu suchen hat, kann man viele Relikte der damaligen Anlagen finden. Und genau dieses Wissen möchte die Projektgruppe Erzweg mit ihrer Arbeit vermitteln. So war zum Auftakt der Saison an diesem Sonntag eine geführte Wanderung auf dem Erzweg Mitte geplant. Die Ereignisse der vergangenen Wochen erlauben nun keine Führung von Gruppen auf dieser Strecke. Daran hält sich selbstverständlich die Projektgruppe und verzichtet auf Führungen. Dem interessierten Wanderer ist es aber freigestellt, den Erzweg Mitte im Rahmen der vorgegebenen Möglichkeiten individuell zu erkunden. Der Weg ist anhand der Schilder gut erkennbar. Ergänzend kann der Wegeplan als Orientierung dienen. Vorgeschlagen wird die Wanderung im Uhrzeigersinn. Entsprechend sind die Stationen nummeriert.

Die Wanderung beginnt an der Info-Tafel am Bahnhof Mücke (1)mit einer Basisinformation über den Bergbau im vorderen Vogelsberg. Auf der Tafelrückseite (1a)wird auf den Bahnhof selbst, seine Entwicklung und seine enorme Bedeutung im Laufe der letzten 150 Jahre eingegangen. Der Bahnhof Mücke war auch Standort der ersten Verladestation für Eisenerz von der Seilbahn auf Schienenfahrzeuge in weitem Umkreis.

Weiter führt der Weg vom Bahnhof über die Trasse der längst stillgelegten Strecke Mücke-Laubach und kreuzt die B 49, deren Straßenrand vor fast 150 Jahren eine Grubenbahn von der Grube Antonie zu der ersten Erzwäsche des gesamten Reviers im vorderen Vogelsberges säumte.

Über Seilbahnen und Winkelstationen informieren die Inhalte der Tafeln 2und 2a, hinter denen der Weg nach Osten in den Grund zwischen Flensungen und Ilsdorf abbiegt. Auf dieser Strecke sind links als bewaldete Erhebung der erste Schlammteich der Region und rechts neben dem Flensunger Hof der Schlammteichhügel der ehemaligen Grube Emil zu erkennen.

Über Ilsdorf gelangt der Wanderer zur Tafel an dem Gelände der Grube Ilsdorf (3), die auch Angaben zur Grube Mücke enthält. Von der Grube Ilsdorf zur Erzwäsche Luse muss auf einem kurzen Streckenabschnitt die Landstraße benutzt werden.

Die Tafel Luse (4)informiert über die dort stationierte Erzwäsche Luse und die südöstlich davon gelegene Grube Luse. Nach der Wanderung über das ausgedehnte Schlammteichgelände der Erzwäsche Luse berührt man nach dem Queren der Straße die Grube Luse und wandert weiter durch Flur und Wald nach Ilsdorf-Solms. Hier wird wiederum eine Straße überquert. Südöstlich von Ilsdorf-Solms befand sich eine sogenannte Seilbahn-Winkelstation, die auch einen Abzweig enthielt.

Auf der Tafel (5)wird sowohl darauf als auch auf den etwa 100 m weiter gelegenen Anschluss des östlichen Verbindungsweges vom Erzweg Mitte zum Erzweg Süd hingewiesen. Über den Schlammteichdamm der Grube Emil mit Tafel (6)gelangt man durch den Ortsteil Flensunger Hof zum geografischen Mittelpunkt Hessens an der B 276.

Hier besteht eine zweite Möglichkeit des Einstiegs auf den Erzweg Mitte, was auf Tafel (7)nachzulesen ist.

Der Beschilderung folgend führt der Weg durch Flensungen zur Grube Sophie (8)mit dem Anschluss zum westlichen Verbindungsweg Mücke - Süd.

Weiter auf dem Schlammteichdamm der Grube Sophie erreicht man nach dem Überqueren der B 49 die Tafel an der Grube Antonie (9).

Nun müssen die Bahngleise überschritten werden, um zum Gelände der Aufbereitung Mücke (10) zu kommen.

Entlang der Grube Ludwigssegen erreicht man Merlau (11)und gelangt zum ehemaligen Verwaltungsgebäude der Gewerkschaft Louise (12), der heutigen Gemeindeverwaltung. Auf der Straße und der Fußgängerbrücke über den Bahnkörper führt der Weg zum Ausgangspunkt zurück.

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