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Immer mehr brauchen Pflege

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Von: Redaktion

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Die Zahl der Pflegeheime liegt im Vogelsbergkreis bei 24, die Zahl der dort Beschäftigten bei 1233. SYMBOLFOTO: DPA © Red

Das Pflegeheim ist nicht der Ort, wo die Menschen ihren Lebensabend verbringen wollen. Und die überwiegende Mehrzahl der Älteren verlebt diesen derzeit auch noch zuhause oder bei Angehörigen. Allerdings gibt es parallel zur wachsenden Lebenserwartung einen klaren Trend zur mehr Pflegebedürftigen.

Weil die Menschen immer älter werden, steigt auch die Zahl derer, die sich im Alter nicht mehr selbst versorgen können. Im Vogelsbergkreis waren zum Jahreswechsel 2020 hier 6995 Menschen betroffen. Das waren 600 oder 9,4 Prozent Pflegebedürftige mehr als zwei Jahre zuvor.

Dabei kletterte die Zahl der vollstationär in Pflegeheimen Versorgten (inklusive Kurzzeitpflege) um 46 auf 1326 Personen. oder um 3,6 Prozent. Ambulante Dienste wurden in 1417 Fällen ergänzend zur häuslichen Pflege oder ausschließlich in Anspruch genommen, das waren 27 Fälle mehr als Ende 2017, als diese Zahlen zuletzt erhoben wurden.

Zusammengerechnet wurden 81 Prozent der Pflegebedürftigen zuhause betreut. Das sind etwas mehr als im bundesweiten Schnitt, den die Statistiker mit 80,2 Prozent angeben. Im Vogelsbergkreis werden 5669 Pflegebedürftige daheim betreut. Davon erhielten 4252 ausschließlich Pflegegeld, wurden also allein durch Angehörige oder privat organisierte Hilfe gepflegt.

Weitere 1417 nahmen entweder ausschließlich oder zusätzlich Leistungen von ambulanten Pflegediensten in Anspruch. In Pflege- und Seniorenheimen wohnten dauerhaft 1263 Frauen und Männer. Dazu kamen die Nutzerinnen und Nutzer der vollstationäre Kurzzeitpflege = 63 Plätze. Zusammen also 1326.

Die statistischen Landesämter nehmen den Pflegebereich alle zwei Jahre unter die Lupe. Auskunftspflichtig sind die Träger der Pflegedienste und Pflegeheime und die Pflegekassen und privaten Versicherungsunternehmen. Die jüngsten Daten zum Stichtag 31.12.2019 liegen vor, beziehen sich also noch auf die Zeit vor Beginn der Coronakrise. Doch auch mit dem vorliegenden Datenmaterial bestätigt sich der Trend aus den Vorjahren: Mit dem gesellschaftlichen Wandel hin zu mehr Berufstätigkeit wandelt sich auch die Pflege: Sie ist zwar immer noch eine Sache der Familie, insbesondere der (Schwieger-)Töchter. Heute greifen diese aber auf professionelle Pflegekräfte zurück.

Vor allem Waschen und Füttern von kranken, zuweilen geistig verwirrten, Älteren und hilfsbedürftigen Hochbetagten, wird Aufgabe von ambulanten Pflegediensten, oft vor dem Lebensabend im Heim. Aus dem Bedarf ergibt sich: Der Job der Altenpflegenden ist bei steigender Seniorenzahl krisensicher, gutes Pflegepersonal ist gefragt.

Insgesamt gab es zum Stichtag der jüngsten Erhebung im Vogelsbergkreis 19 Pflegedienste. Zwei Jahre zuvor waren es 17 Pflegedienste. Was die Zahl der Pflegekräfte angeht, sagt die Untersuchung, dass 551 Pflegerinnen und Pfleger bei hiesigen Pflegediensten angestellt waren, 30 mehr als zwei Jahre zuvor mit damals 521.

Mehr Plätze in Heimen

Die Zahl der Pflegeheime liegt bei 24, die Zahl der dort Beschäftigten bei 1233. Vor zwei Jahren hatte es gleich viele Heime mit 1142 Beschäftigten gegeben. Ende 2015 lag der Personalstand der hiesigen Pflegeheime noch bei 1.011. Die Zahl der vorhandenen Pflegeplätze in Heimen mit vollstationärer Dauerpflege ist im Zweijahresvergleich mit 1444 Ende 2017 zum Jahreswechsel 2019/20 auf 1552 Plätze gestiegen.

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