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Autobahn

Wieder Tumulte rund um Arbeiten im Dannenröder Wald

  • Kerstin Schneider
    vonKerstin Schneider
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Erneut nicht störungsfrei sind am Montag weitere Arbeiten rund um den Bau der A 49 verlaufen. So besetzten drei Personen eine Planierraupe.

Die DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und bau GmbH) sprach am Montag von "verschiedenen vorbereitenden Maßnahmen für den Bau der Autobahn". So werde im Bereich der Rudolfswiese am Dannenröder Wald eine Fläche für eine Baustelleneinrichtung vorbereitet. Außerdem würden Zufahrts- und Waldwege im Dannenröder Wald mit Schotter versehen, um sie belastbar zu machen. Die DEGES rief in diesem Zusammenhang die Waldbesetzung zu friedlichem Verhalten während der Arbeiten auf und betonte, "dass es sich bei diesen Arbeiten nicht um eine Räumung der Waldbesetzung handelt".

Naturschützer und Autobahngegner sahen die Arbeiten mit anderen Augen. So sei unter Begleitschutz der Polizei die Rudolfswiese "mit schwerem Gerät abgeschoben und somit unwiederbringlich zerstört" worden. Bei der Rudolfswiese handele es sich um ein geschütztes Biotop. Das Gebiet liege zudem außerhalb der Planfeststellung für die A 49. "Ein Grünlandumbruch in einem Wasserschutzgebiet ist verboten. Eine Befreiung oder Ausnahmeerteilung ist uns nicht bekannt", so Barbara Schlemmer vom Bündnis "Keine A49."

Die DEGES wies die Kritik zurück. Die Baustelleneinrichtung erfolge mit Zustimmung des Eigentümers der Fläche und in Abstimmung mit der Oberen Naturschutzbehörde. Nach der Nutzung werde die Wiese in den ursprünglichen Zustand versetzt.

Während der laufenden Arbeiten besetzten drei Personen eine Planierraupe. Wenig später nahmen Polizeibeamte zwei der drei Personen vorläufig fest. An die dritte auf dem Dach der Raupe sitzende Person kamen die Beamten lange nicht heran, ohne diese zu gefährden. Um 15.10 Uhr gelang es den Polizeibeamten dann schließlich, den Mann von der Planierraupe zu ziehen. Ersten Erkenntnissen zufolge blieb er unverletzt. Während die Polizei hierzu vom Anwenden "einfacher körperlicher Gewalt" sprach, beklagte die Gegenseite, es sei auf sie "eingeschlagen worden". Eine weitere Person wurde auf der Wiese vorläufig festgenommen, da diese ein Messer mit sich führte.

Noch einen weiteren Vorfall hat es bereits am Wochenende gegeben. Unbekannte Täter beschädigten in den frühen Samstagmorgenstunden die Heckscheibe eines Pkw. Dieser stand mit mehreren Personen besetzt im Bereich des Protestcamps der A 49-Gegner am Sportplatz Dannenrod. Als eine der Personen gegen 4 Uhr kurzzeitig das Auto verließ, war ein Schlag zu vernehmen und die Heckscheibe zerbarst. Bisher ist nicht bekannt, was die Heckscheibe zum Bersten gebracht hat, so die Polizei.

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