H_Patrioten_Stube_060321_4c
+
Hinter den Kulissen wird das Schloss weiterhin unter Pandemie-Bedingungen weiter saniert und verschönert. Sobald es die Regeln wieder zulassen, können sich Besucher dann ein Bild davon machen.

Warten und weiter werkeln

  • vonRedaktion
    schließen

Homberg (pm). Frühlingserwachen liegt in der Luft, Sehnsucht nach Aufbruch und Lustbarkeiten trotz der Corona-Tristesse. Und so mancher Homberger und Besucher schaut sicher hoch zum Schloss und rätselt, ob sich dort schon etwas tut, ob der Einlass zu heiteren Geselligkeiten wohl bald schon wieder möglich ist?

Der Vorstand der Schlosspatrioten hat dieser Tage Rückblick gehalten und das aktuelle Jahr in groben Zügen zu planen, soweit die Pandemie wieder Spielraum lässt.

Im letzten Jahr wurden wieder für rund 80 000 Euro Investitionen getätigt, wobei im Herbst die Reserven dann auch fast aufgebraucht waren und die Handwerker eine Pause einlegen mussten. Mittlerweile ist wieder ein solider Kassenstand erreicht worden, sodass es mit den Sanierungsarbeiten weitergehen kann. Abgeschlossen wurde die Sanierung des Torhauses. Pünktlich zur Fertigstellung der Innenräume brach die Pandemie aus, sodass die Schlosskids, die tatkräftig mitangepackt hatten, das fertige Schmuckstück nicht nutzen konnten. Allerdings haben die Kita-Kinder sehr davon profitiert, da unter Pandemiebedingungen sogar zwei Gruppen am Schloss Räume und Hof nutzen konnten. Sobald es möglich sein wird, können sich dann auch die Schlosskids wieder jeden zweiten Samstag am Schloss austoben.

Im Schloss ist das Erdgeschoss noch im Fokus. Alle Leitungen sind gelegt, alles ist verputzt und in den Toiletten sind alle Einbauteile montiert. Es fehlt der Estrich als städtischer Anteil, auf den noch gewartet wird, dann kann gefliest werden. Mit eigenen Mitteln und Fördermitteln der Denkmalpflege soll dies nun fertiggestellt werden.

Der Boden des Cafés wurde neu geölt und strahlt im beeindruckenden Glanz. Unter Einhaltung der Pandemiebedingungen wurden viele kleine Baustellen angegangen. Offene Steckdosen wurden im Kaminsaal geschlossen, Fensterrahmen und Fensterläden gestrichen, Fehlstellen im Mauerwerk und in den Böden behoben, das Podest auf halber Höhe der Treppe im Kaminsaal neu mit alten Fliesen aus der ehemaligen Waschküche verlegt.

Garten im Frühlingszauber

Möglich machten dies die fleißigen Handwerker der Schlosswerkstatt. Da man nur alleine oder zu zweit arbeiten kann, trifft man sich weniger, verständigt sich aber über die sozialen Medien. Man hofft nun, auch bald wieder in Kleingruppen aktiv sein zu können.

Die sechs Biergärten im vergangen Jahr waren eine Erfolgsgeschichte, auch in finanzieller Hinsicht. In den herrlichen Anlagen haben die Menschen fröhliche und unbeschwerte Stunden bei Livemusik erleben können. Dafür sorgten auch die Musikanten, die alle für eine Spende gespielt haben, und die vielen Helfer.

Besonders beliebt war auch das eine Stunde vor Biergarten-Öffnung stattfindende Schlossyoga auf der Wiese, was in diesem Jahr fortgeführt wird. Fleißige Hände regen sich auch bald wieder im Schlossgarten. Die Schlossgärtner haben Anlagen und Beete im vergangen Jahr wieder so schön gestaltet, als hätte es keine Pandemie gegeben.

Kein Sektempfang bei Hochzeiten

Das Café ist ist seit einem Jahr geschlossen, ebenso musste auf den Sektempfang bei Hochzeiten verzichtet werden. Paare waren schon froh, überhaupt mit wenigen Gästen heiraten zu dürfen. Die Entwicklung ist hier noch nicht abzusehen, das gilt auch für die sehr gut angenommenen Kunstausstellungen im renovierten Obergeschoss. Sofern es im Laufe des Jahres möglich ist, wird eine Ausstellung mit mehreren Künstlern ins Auge gefasst.

Besonders hervorgetan hat sich der Arbeitskreis Geschichte. Er initiierte erste Ausgrabungen zur Spurensuche einer möglichen Templerorden-Vergangenheit mit der Uni Marburg, die schon erstaunliche Funde zutage brachten. Die Ausgrabungen werden bei geeigneter Witterung fortgesetzt.

Eine weitere Grabung wurden mit privaten Spenden an der Westseite der Kapelle vorgenommen, was zum einen der Trockenlegung der Mauer, zum anderen dazu diente, möglichen weiteren historischen Belegen auf die Spur zu kommen.

Zudem hat der Arbeitskreis mehrere Hefte in Arbeit und zwei fertig, die in diesem Jahr herausgebracht werden. Es handelt sich um eine Ausgabe zu Grenzsteinen, die von Dr. Wolfgang Seim ausgearbeitet wurde sowie ein Immel-Heft, das sich mit der Aktualisierung der Ausführungen »Aus Hombergs Vergangenheit« von Hans Immel beschäftigt, die aus dem Jahr 1931 datieren.

Seit vielen Jahren diskutiert man im Verein, wie das Schloss für die Bürger gesichert werden kann. Es ist viel selbst erarbeiteter Wert eingegangen, der mit den vielen Spenden den Wert des Schlosses erheblich gesteigert haben.

Als Notbremse für einen möglichen Fall, dass die Stadt irgendwann einmal Schloss und Gelände verkaufen wollte, wurde ein Antrag an die Stadtverordnetenversammlung gestellt, den Schlosspatrioten ein Vorkaufsrecht einzuräumen. Dieser Antrag wurde an einen Ausschuss verwiesen und wird wieder zur Diskussion gestellt.

Schloss für die Bürger sichern

Die Schlosspatrioten sind zufrieden, »dass die Problematik erkannt und die Notwendigkeit einer Absicherung von verschiedenen Fraktionen bestätigt wurde.« Nun gelte es den richtigen Weg zu finden.

Die Schlosspatrioten hoffen nun, 2022 zum zehnjährigen Bestehen des Bürger-Schlosses ein besonders fulminantes Schlossfest auf die Beine stellen zu können. »Die Strahlkraft des Schlosses hat die Menschen einander nähergebracht, ihnen Freude bereitet und gerade nach den trostlosen Pandemie-Zeiten wird das Schloss wieder in all seinen liebenswerten Facetten erblühen«.

Die Ausgrabungen gemeinsam mit der Universität Marburg gehen in diesem Jahr weiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare