An einem Trauermarsch zu der Rodungsstrecke im Maulbacher Wald nehmen über 120 Menschen teil, die meisten aus Maulbach und Nachbarorten. Foto: pm
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An einem Trauermarsch zu der Rodungsstrecke im Maulbacher Wald nehmen über 120 Menschen teil, die meisten aus Maulbach und Nachbarorten. Foto: pm

Trauermarsch zu Baumstümpfen

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Homberg-Maulbach(pm). Am Samstag kamen viele Bewohner von Maulbach und Nachbarorten mit einigen Waldbesetzern zu einem "Trauermarsch" in den gerodeten Wald zusammen. Nach Angaben der Veranstalter trafen sich über 110 Vogelsberger und eine Gruppe Waldbesetzer bei der Mahnwache gegen den Bau der A 49 am Sportplatz. Die Teilnehmer kamen nach wenigen 100 Metern zum Bereich der Fällungen, die viele bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal in vollem Umfang sahen.

Eingeladen zu diesem Trauermarsch hatte die lokalen Maulbacher Unterstützer der Baumbesetzung im Maulbacher Wald. Die meisten Teilnehmer waren aus dem Dorf sowie Nachbarorten gekommen. Eine Gruppe der Baumbesetzer suchte bei der Gelegenheit die Plätze auf, an denen sie zivilen Widerstand geleistet haben, wie ein Teilnehmer berichtete. "Erschütterung und Frustration bestimmte die Stimmung unter den Anwesenden, das Bild der Verwüstung wie auch die Erinnerungen an die vergangenen Tage ließen zunächst einmal kein anderes Empfinden zu", sagt ein Teilnehmer. .

Die Veranstaltung fand einen versöhnenden Abschluss bei einer nahe gelegenen Feldscheune. Viele Maulbacher hatten Kuchenspenden und Getränke beigetragen und man fand sich noch einmal zum Gespräch zusammen. Die Aktivisten brachten mit bewegenden Worten zum Ausdruck, wie sehr sie die spontane Unterstützung durch die Maulbacher zu schätzen gelernt hatten. In den letzten zwei Wochen sei eine feste Verbindung in das Dorf entstanden.

Von den Maulbacher Teilnehmern wurde das in herzlicher Weise zurück gegeben. "Die Aktivisten haben einen sehr positiven Eindruck hinterlassen", sagte ein Ortsbewohner. Durch die persönlichen Kontakte hätten die Maulbacher die Erfahrung gemacht, dass es sich bei den Aktivisten um idealistische junge Menschen handele, das krasse Gegenteil zu gewaltbereiten Protestierern, wie sie von manchen in der Öffentlichkeit beschworen werden.

Auch wenn der Kampf um den Maulbacher Wald vorerst verloren sei, so das Fazit, der Einsatz gegen die A49 gehe weiter. Der Wald könne wieder wachsen, wenn die Autobahn in diesem Bereich nicht gebaut wird.

Nun will man die Unterstützung, die dem Maulbacher Wald zuteil geworden ist, auch dem noch nicht gerodeten Dannenröder Wald und dem Widerstand gegen die A49 im Ganzen übertragen. Dafür wurde Geld gesammelt, das der Kampagne in Dannenrod zugute kommen soll.

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