Ein junger Siebenschläfer, der von einem Baum gefallen war und sich verletzte. FOTO: PM
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Ein junger Siebenschläfer, der von einem Baum gefallen war und sich verletzte. FOTO: PM

Tiere in Not

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Homberg(pm). Tierfreunde machen sich Sorgen wegen der Zustände im Dannenröder Forst. Die Tiere des Waldes müssten angesichts der bevorstehenden Rodungen auswandern, umziehen und sich in einer anderen Gegend ein neues Quartier suchen. Doch der Umzug bringe Probleme mit sich. "Aufgeschreckt durch den Lärm der Maschinen befinden sich die scheuen Tiere auf der Flucht", berichten Tierschützer nach Rodungsarbeiten bei Maulbach und Stadtallendorf.

So wurde beobachtet, "wie Rehe schreiend mit großen Sprüngen den Störungen entkommen wollten und wie Eichhörnchen umherirrten, weil ihre Kobel zerstört wurden". Besonders schwer hätten es dabei die Siebenschläfer. Die kleinen nachtaktiven Nagetiere stehen unter Naturschutz. Im September haben die "Kobolde des Waldes" Nachwuchs, den sie bis Ende Oktober säugen müssen. Da ist ein Umzug nicht so einfach. Kürzlich wurde ein Junges gefunden, das aus dem Nest gefallen war und sich verletzt hatte. Um bei größeren Bauvorhaben drastische Eingriffe zu mildern, ist für schutzbedürftige Gebiete eine sogenannte "ökologische Baubegleitung" vorgeschrieben.

Bäume sollen zum Beispiel nach belegten Nestern und Baumhöhlen abgesucht werden. Panik und Stress sollten den Tieren weitgehend erspart bleiben.

Dazu teile Landschaftsarchitekt Claus Rosenstein im Auftrag der DEGES, die den Weiterbau der Autobahn betreut, mit: "Besondere Maßnahmen zum Schutz der genannten Tiere bei der Rodung sei nicht vorgesehen. Es findet seitens der ökologischen Baubegleitung jedoch eine umfangreiche Begleitung der Baumfällungen sowie eine entsprechende Einweisung und Vorbegehung der mit den Fällungen beauftragten fachlich versierten Akteure statt. Zum Zeitpunkt der Rodungen entstehen Störungen in der Tierwelt. Die Tiere, die im gerodeten Bereich vorkommen, sind gezwungen, in angrenzende Waldbereiche auszuweichen. Dies kann nach der Rodung einige Zeit in Anspruch nehmen". Es sei jedoch davon auszugehen, dass die Tiere den Ausweichbereich erreichen.

Ökologische Baubegleitung

Da die weiteren Bauarbeiten erst verzögert starteten, bleibe ausreichend Zeit zum Ausweichen. Ein Einfangen von nicht verletzten Tieren würde eine zusätzliche Störung für die Tiere bedeuten, "sodass hier darauf verzichtet wird und auf ein eigenständiges Verlassen des Korridors gesetzt wird". Um langfristig eine Verbindung zwischen den Waldgebieten beidseitig der Trasse zu ermöglichen, seien Maßnahmen vorgesehen, etwa Unter- oder Überführungen.

Sofern sich im Zuge der Fällarbeiten besondere artenschutzrechtliche Situationen ergeben, werde informiert und es könnten Maßnahmen ergriffen werden. Tierfreunde hoffen nun, "dass Reh, Fuchs und Wildschwein und alle anderen Vertriebenen erfolgreich ausweichen können und rechtzeitig zum Winter in ungestörten Wäldern eine neue Bleibe finden.".

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