Statt Seepferdchen gleich Freischwimmer abgelegt

Homberg (rs). "Ham sie noch einen Volleyball?!" - "Wie sind denn die Bedingungen für das ‘Seepferdchen'?" - Das sind nur zwei der immer wiederkehrenden Fragen an Schwimmmeister Wilhelm Spamer, wenn er in seinem Dienstraum bei geöffnetem Fenster etwas erhöht zwischen Schwimmer- und Spaßbecken thront, um den Überblick zu behalten. An den vergangenen hochsommerlichen Tagen hatte das Personal im Waldschwimmbad alle Hände voll zu tun, denn am Sonntag kamen 1830 Besucher,

Homberg (rs). "Ham sie noch einen Volleyball?!" - "Wie sind denn die Bedingungen für das ‘Seepferdchen'?" - Das sind nur zwei der immer wiederkehrenden Fragen an Schwimmmeister Wilhelm Spamer, wenn er in seinem Dienstraum bei geöffnetem Fenster etwas erhöht zwischen Schwimmer- und Spaßbecken thront, um den Überblick zu behalten. An den vergangenen hochsommerlichen Tagen hatte das Personal im Waldschwimmbad alle Hände voll zu tun, denn am Sonntag kamen 1830 Besucher, am späten Nachmittag gestern waren es bereits über 1500, derweil immer noch Menschen nach der Arbeit die Erholung im erfrischenden Nass ansteuerten. Von den Fahrzeugkennzeichen auf dem Parkplatz lässt sich ablesen, dass die Badegäste insbesondere aus den Nachbarkreisen Gießen und Marburg-Biedenkopf kommen.

Bei Außentemperaturen von um die 32 Grad mit nur wenigen Wolken am weitgehend strahlend blauen Himmel wurden die 25 Grad in den drei Becken als Erfrischung empfunden. Die vielen Badenden insbesondere im Spaßbecken mit Rutsche, Wasserpilz und Stahl standen teilweise sehr dicht beieinander, so dass Schwimmen, wie man es beim Begriff Schwimmbad erwarten könnte, kaum möglich war.

Bewegung kam durch die mit Vehemenz ins Wasser rutschenden Kinder und Jugendlichen zustande, es gab vereinzelte Versuche zum Wasserballspiel, und unter dem Wasserpilz hielten sich die Ausgebufften auf: Stehen im kühlenden Wasser und umgeben von einem erfrischenden Dunst aus feinen Wassertropfen.

Im Schwimmerbecken konnte man schon eher seine Bahn ziehen, allerdings mit höchster Vorsicht, um nicht dem Schwimmnachbarn eins auszuwischen. Unterdessen zog mit stoischer Ruhe ein Schnorchler seine Bahnen, was um ihn herum geschah, sah er nicht, ob er wirklich Interessantes unter Wasser betrachten konnte, ist zu bezweifeln. Interessant war hingegen der Sprungbereich, sei es vom Einer oder Dreier. Am Montagnachmittag waren einige Könner da, die entweder elegant einen Kopfsprung mit vehementem Absprung zeigten oder gar rückwärts zum Becken auf den Zehenspitzen standen und dann mit einem einzigen Schwung den Kopfsprung nach hinten einleiteten.

Richtig gewuselt und nass gespritzt wurde im Platschbecken für die Kleinsten, teilweise noch an der Hand eines Elternteiles. Die Kinder saßen gerne auf der Seehund-Plastik, kippten Nebenstehenden einen Eimer mit Wasser über den Kopf oder nutzen das schier unendliche Reservoir für ihre Wasserpistolen. Andere unterzogen sich der Mühe, Wasser vom einen in den anderen Beckenteil zu schaufeln - Kinder eben.

Wenn auch Wasser ein Schwimmbad von einer reinen Liegewiese unterscheidet, so hielt sich die Mehrzahl eben dort auf: Auf einem Badtuch, unter einem mitgebrachten Sonnenschirm oder eine der Sitzgruppen nutzend. Schatten bietet sich auf der Liegewiese zwar viel, aber der war gar nicht so sehr gefragt, zumindest zwischen Schwimmerbecken und dem Beach-Volleyballfeld war die Wiese kaum belegt. Dicht an dicht wurde der Schatten hingegen am Planschbecken aufgesucht, die Kleinkinder bedürfen des besonderen Schutzes, viele hatten eine Kopfbedeckung auf, in diesem Areal waren auch einige Strandmuscheln als Schutz aufgeschlagen.

Neben der Option, sich mal eben im Wasser zu erfrischen, suchen die meisten Schwimmbadbesucher offenbar die Möglichkeit zum relaxen, einfach zu liegen, etwas zu lesen oder - vereinzelt - auch Radio zu hören. Wer keine Kühltasche mit Erfrischendem dabei hatte, konnte an den beiden Kioskschaltern alles Nötige finden: einer für Getränke und der andere für kleine Speisen. Süßigkeiten wird an beiden Schaltern offeriert.

"Den lassen wir gleich weiter schwimmen", meint die Badeaufsicht, als der zum Ablegen des "Seepferdchens" angemeldete Neunjährige auf das Startzeichen hin mit einem Hopser im Schwimmerbecken ist und zügig davon schwimmt. Nach Sprung und Tauchen konnte der Junge deshalb gleich die Freischwimmerbescheinigung entgegennehmen. Zufrieden dürfte er den Heimweg angetreten haben. Wie fast 2000 andere.

Günstiger Badespaß

Eintrittspreise: Erwachsene 2,50 Euro, Kinder/Jugendliche von sechs bis 17 Jahren 1,50 Euro, Kinder bis sechs Jahre zahlen keinen Eintritt.

Öffnungszeiten täglich zu lesen in der Allgemeinen Zeitung.

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