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Auf einer Tafel gab es improvierten Sprachunterricht – zum Beispiel die Übersetzung für Tomate, Gurke, Kartoffeln.

Sporthallen in Homberg und Mücke sind leer

Homberg (ks). Ein paar dicke schwarze Schrammen auf dem Boden zeigen noch an, dass in den vergangenen Wochen keine Sportler durch die Halle flitzten, sondern Feldbetten gerückt wurden.

Am Mittwochmorgen wurden die 40 Flüchtlinge, die zum Schluss noch in der Homberger Großsporthalle untergebracht waren, mit einem Bus nach Hanau gefahren und neun weitere in andere Unterkünfte. Die Halle ist geräumt. Am Nachmittag machte sich Landrat Manfred Görig ein Bild von der Lage und kam zu dem Schluss: "Vom Erhaltungszustand ist das hier am besten." Wenig später schauten sich die Mitarbeiter auch die ebenfalls geräumte Turnhalle in Mücke an.

"Das wird wieder picobello sauber", meinte Görig, als er mit Kollegen des Amtes für Schulen und Liegenschaften die Großsporthalle in Homberg in Augenschein nahm. Sie müssen eventuelle Schäden aufnehmen und an das Land melden. Etwa 10 000 Euro können über das RP geltend gemacht werden, um die Hallen wieder auf Vordermann zu bringen. In Homberg werden auch die an den Wänden befestigten Teppichbeläge wieder entfernt. Der Hallenboden hat auf den ersten Blick keine erheblichen Schäden davongetragen. "Das macht alles einen recht guten Eindruck," so Görig zufrieden.

Derweil waren auch die Mitarbeiter vom DRK Gießen-Marburg mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. In einer Ecke stapelten sich noch Feldbetten, die wieder ins Depot gehen für den nächsten Einsatz. "So richtig bequem war das ja nicht. Deshalb werden die Leute froh sein, wenn sie mal wieder auf richtigen Matratzen schlafen können", zeigte Görig Mitgefühl mit den doch etwas provisorischen Umständen der Unterkunft.

"Das kam überraschend"

Zurück geblieben waren auch Spielsachen, ein Kinderbett, Kinderstühle, Kleidung, Kinderwagen und zwei Schlitten, was die Menschen, die gingen, offenbar nicht mehr brauchen konnten. "Die Sachen nehmen wir mit und verteilen sie weiter," sagte eine DRK-Mitarbeiterin, denn es werden noch weitere Unterkünfte betreut. Ein Getränkehändler wird die Bierzeltgarnituren wieder einsammeln, an denen Menschen ihre Mahlzeiten einnehmen konnten.

Ebenfalls zurückgeblieben sind noch weitere Erinnerungen an den Aufenthalt der überwiegend Syrer und Afghanen, so ein Willkommensschild in mehreren Sprachen, das ehrenamtliche Helfer aufgehängt hatten. Arabische Schriftzeichen an WCs und an der Essensausgabe hingen am Mittwoch noch, im ausgeräumten Geräteraum hatte ein provisorischer "Klassenraum" mit Schultafel Platz gefunden. Dort waren noch einige Wörter mit Übersetzung aufgemalt. Gleich daneben zierten noch bunte Kinderzeichnungen die Wand – mit Schmetterlings- und Blumenmotiven. Lothar Hubert, der für das RP Gießen in den vergangenen Wochen und Monaten vor Ort war, zeigte auch das provisorische Büro, das im Halleneingangsbereich eingerichtet worden war. Zusammen mit dem DRK koordinierte Huber unter anderem die Registrierung oder die Medizin-Checks. "Für uns kam es am Freitag auch überraschend, dass alle Unterkünfte jetzt geräumt werden", sagte er. Aber auch er zeigte sich erleichtert, dass das Provisorium beendet ist. Wann wieder Sport in den Hallen stattfinden kann, dazu wollte sich der Landrat am Mitwoch noch nicht äußern. "Wir melden uns, sobald es soweit ist", die nötigen Arbeiten müssen erst abgeschlossen sein, "aber das wird schnellstmöglich passieren.

" Und noch etwas war dem Landrat wichtig zu betonen: "Eine Sporthalle werde ich nicht mehr belegen." Görig zeigte sich an dieser Stelle noch einmal dankbar für den Einsatz der vielen, die geholfen haben, die nicht immer einfache Situation in den vergangenen Monaten zu meistern. Das galt auch für Alsfeld. "Die Hilfsbereitschaft in unserer Bevölkerung war vom ersten Tag an sehr groß. Ich möchte mich bei allen Ehrenamtlichen für ihre Tatkraft herzlich bedanken und werde zu einem Helferfest im Sommer einladen", kündigte dort Bürgermeister Paule an.

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