Polizeibeamte tragen am Maulbacher Wald einen Ausbaugegner weg. Im Hintergrund sind Waldarbeiter mit dem Fällen von Bäumen beschäftigt (oben). Bis zu 100 Umweltschützer blockieren später den Kreisel in Homberg aus Protest gegen die Rodungen bei Maulbach (unten). FOTOS: DPA/JOL
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Polizeibeamte tragen am Maulbacher Wald einen Ausbaugegner weg. Im Hintergrund sind Waldarbeiter mit dem Fällen von Bäumen beschäftigt (oben). Bis zu 100 Umweltschützer blockieren später den Kreisel in Homberg aus Protest gegen die Rodungen bei Maulbach (unten). FOTOS: DPA/JOL

Autobahnbau

Spontan-Demo von Autobahngegnern am Kreisverkehr

  • Joachim Legatis
    vonJoachim Legatis
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Am Montagnachmittag hatten sich über 70 Naturschützer aus Protest gegen Rodungen im Maulbacher Wald am Kreisverkehr auf die Straße gestellt, um gegen den Bau der A 49 zu demonstrieren.

In wenigen Minuten staute sich der Verkehr zurück, doch die Demonstrierenden blieben beharrlich. Sie seien "entsetzt vom massiven Polizeieinsatz im Wald," sagten sie. "Die Leute im Ort sind aufgewacht", meinte einer der Maulbacher. Das Großaufgebot der Polizei und die Rodungen im Wald hätten die "Menschen zum Nachdenken gebracht".

Die Polizei zeigte am Montag erneut im weiten Umfeld Präsenz. In Maulbach war die Straße nach Wäldershausen gesperrt, Medienvertreter wurden nur zögerlich durchgelassen. In Appenrod war die Strecke nach Dannenrod gesperrt, dort lief ein Einsatz, weil Aktivisten eine Baumaschine besetzt hatten.

Über 1000 Beamte aus fünf Bundesländern und von der Bundespolizei hatten das Waldstück am Maulbacher Sportplatz weiträumig abgesperrt und begleiteten die Rodungsarbeiten für die Trasse der Autobahn. Drei Harvester waren im Einsatz. Der Polizei standen a etwa 20 Aktivisten im Waldcamp und bis zu 50 Protestierende an der Mahnwache gegenüber. Im Forst hatten Aktivisten Plattformen auf Bäumen errichtet. Um die Räumung zu erschweren, waren mindestens drei sogenannte Tripods aufgestellt, die den Einsatz einer Höhen-Einsatzgruppe erforderten.

Wie das Polizeipräsidium Mittelhessen auf Twitter mitteilte, hatten sich mehrere Menschen unter Barrikaden einbauen lassen. "Solche Konstruktionen sind gefährlich und können einstürzen. Wir haben alle unverletzt geborgen," so die Polizei. Aus Kreisen der Umweltschützer verlautete, dass sich auch am Nachmittag noch einige Baumbesetzer im Waldstück befunden hätten, zu überprüfen war das nicht.

Die Polizei untersagte auch eine Mahnwache in der Nähe der Rodungsarbeiten in Maulbach. Die Aktivisten dürften ihren Protest außer Sichtweite der Arbeiten am Sportplatz zum Ausdruck bringen. Das stieß auf erhebliche Kritik. "Wir haben uns überlegt, entweder auf die B 62 zu gehen oder auf den Kreisverkehr, am Ende wurde es der Kreisel", so Dr. Wolfgang Seim. Den Kreisverkehr verließen die Protestierer dann nach rund zwei Stunden freiwillig wieder.

Der Protest soll weitergehen, kündigte eine Sprecherin von "Aktion Schlagloch" an.

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