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Aktivisten werden für einen Fernsehsender befragt.

Protestaktion

Am Sonntag erster "solidarischer Waldspaziergang"

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Im Dannenröder Forst haben Klima-Aktivisten ihre Proteste gegen die geplante Rodung des Waldes fortgesetzt.

Nach Angaben der Initiatoren vom Mittwoch harrt ein "jüngerer und aktiver Kern" weiterhin auf Baumhäusern aus. Andere hielten vor dem Wald Mahnwache. Wie viele Menschen sich beteiligten, war zunächst unklar. Ein Sprecher nannte eine Zahl im "höheren zweistelligen Bereich".

Details nannte er nicht. Die Polizei schritt nach Darstellung des Präsidiums in Fulda nicht ein, beobachtete aber die Situation. Vier Mitglieder der Frankfurter Reiterstaffel waren zeitweise mit Pferden im Wald. Sowohl Aktivisten als auch Polizei gehen jedoch nicht davon aus, dass die Rodung des östlich von Marburg gelegenen Forstes unmittelbar bevorsteht.

Christoph Schulze-Gockel, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Gleental, zeigt sich in einer Pressemitteilung solidarisch mit den Aktivisten: "Diese jungen Menschen zeigen einen enormen Einsatz für den Klimaschutz, und ihre Aktionen erfordern eine große Portion Mut." Die Schutzgemeinschaft Gleental setzt sich gegen den Autobahnausbau ein. "Wir appellieren ja schon lange an die Landesregierung, diese sinnlose Autobahn zu überdenken und alternative Verkehrskonzepte in Betracht zu ziehen. Umso mehr begrüßen wir, dass wir nun aktive Unterstützung bekommen." Am Sportplatz Dannenrod hat die Schutzgemeinschaft Gleental einen Bauwagen aufgestellt. Dort werden Essens- und Sachspenden für die Aktivisten entgegengenommen und die Bürger können sich über die aktuellen Entwicklungen bezüglich der Waldrodungen informieren. Es gebe ein "überwältigendes" Interesse: "Wir sind begeistert, in welchem Maße sich die Bürger einbringen wollen", freut sich Schulze-Gockel. "Es ist schön zu sehen, dass das Engagement der jungen Leute so honoriert wird."

"Ziel ist es, möglichst vielen Bürgern zu zeigen, welch verheerende Auswirkungen die Waldrodungen und der Autobahnbau für das Klima-, Natur- und Trinkwasserschutzgebiet haben", resümiert Schulze-Gockel. "Dieses Projekt muss sofort gestoppt werden!"

Die Planungsgesellschaft DEGES sagte, man bitte um Verständnis dafür, "dass wir uns zu den aktuellen Aktivitäten im Dannenröder Forst im Moment nicht äußern. Die Fällarbeiten haben noch nicht begonnen".

Um die Öffentlichkeit weiter über die Bedeutung des Waldes und die neuesten Entwicklungen zum Autobahnausbau zu informieren, organisiert das Aktionsbündnis "Keine A49", zu der die Schutzgemeinschaft Gleental, der BUND Hessen, der NABU Hessen, die Schutzgemeinschaft Vogelsberg und die Aktionsgemeinschaft "Rettet den Burgwald" gehören, ab dem kommenden Sonntag den 6. Oktober, jeden Sonntag um 14 einen sogenannten "solidarischen Waldspaziergang". Treffpunkt ist der Sportplatz in Dannerod.

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