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Schülerin gewinnt Plakatwettbewerb

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Von: red Redaktion

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Umrahmt von Lehrerin Regina Hirt und Manuel Höres, dem Leiter des Servicezentrums DAK-Gesundheit in Gießen, präsentiert die Siegerin Livia Hubel ihr Plakat. © pv

Homberg (pm). Unter dem Motto »bunt statt blau« beteiligten sich im Frühjahr bundesweit rund 4000 Schülerinnen und Schüler am Plakatwettbewerb der DAK-Gesundheit gegen das sogenannte Komasaufen bei Jugendlichen. Die 14-jährige Schülerin Livia Hubel aus Homberg Ohm hat mit ihrem Plakat unter den fast 250 Einreichungen in Hessen überzeugt und den Sonderpreis für junge Künstler gewonnen.

DAK-Chef Manuel Höres überreichte der Siegerin nun den Preis. Regional gratuliert die Gießener Landrätin Anita Schneider als Schirmherrin der Aktion. Landesweit wird der Wettbewerb von dem hessischen Sozialminister Kai Klose begleitet.

Alkohol löst keine Probleme

»Mit meinem Plakat möchte ich aussagen, dass Alkohol keine Probleme verschwinden lässt oder gar löst. Im Rausch mag man alles vergessen, aber in der Zeit, in der man nüchtern ist, kann man, wenn man in sich geht und ehrlich zu sich ist, erkennen, dass sich nichts ändert. Im Gegenteil, der ständige Alkoholkonsum kann abhängig machen und so zu zusätzlichen Problemen führen«, beschreibt Livia Hubel ihre Motivation zur Teilnahme am Wettbewerb der DAK-Gesundheit in Hessen.

»Die derzeit erfreulicherweise rückläufigen Zahlen von Heranwachsenden, die aufgrund einer Alkoholvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert werden müssen, geben Anlass zur Hoffnung. Dennoch ist die Zahl weiterhin zu hoch«, sagte Sozialminister Kai Klose als Schirmherr der DAK-Kampagne. »Der übermäßige Konsum von Alkohol führt zu schweren körperlichen und seelischen Problemen. Insbesondere beim Komatrinken besteht eine erhöhte Gefahr der Alkoholabhängigkeit. Deshalb unterstütze ich eine wichtige Initiative wie »bunt statt blau« gegen den Alkoholmissbrauch gerne und aus Überzeugung. Jugendliche sind hier selbst Botschafter und können mit ihrem Plakat Farbe bekennen.«

Rund 20 500 junge Leute in der Klinik

2019 kamen nach Bundesstatistik rund 20 500 Zehn- bis Zwanzigjährige volltrunken in eine Klinik, davon 1249 in Hessen. »Unsere Kampagne ›bunt statt blau - Kunst gegen Komasaufen‹ soll Kindern und Jugendlichen die Gefahren von Alkoholmissbrauch aufzeigen. Es ist gut, wenn solche wichtigen Gesundheitsthemen in den Schulalltag einfließen«, sagt Manuel Höres, Leiter der DAK-Gesundheit in Gießen. »Im Kampf gegen das Komasaufen sind Jugendliche ganz wichtige Botschafter. Wenn Schülerinnen und Schüler selbst auf die Risiken des Rauschtrinkens hinweisen und Auswege aufzeigen, dann ist das eine wirkungsvolle Prävention.« Besonders bedankte er sich bei Lehrerin Regina Hirt, die den Wettbewerb in ihrem Unterricht thematisiert hat und die Klasse aus dem Homeschooling heraus zur Teilnahme motiviert habe.

Die Plakate, die Schülerinnen und Schüler bei »bunt statt blau« gestalten, sind tatsächlich für Gleichaltrige besonders eindrucksvoll: Das Ins-titut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel hat in einer Online-Studie mit 1273 Teilnehmern ihre Wirkung im Vergleich zu konventionellen Warnhinweisen untersucht. Demnach verstärken die von der Zielgruppe selbst gemalten Plakate die Wahrnehmung, dass Alkoholkonsum schädlich ist. Sie haben eine stärker sensibilisierende Wirkung als traditionelle, eher an Erwachsene gerichtete, Warnhinweise.

Eine Bundesjury mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Daniela Ludwig, dem DAK-Vorstandschef Andreas Storm und den Experten vom IFT-Nord haben die Bundesgewinner 2021 gekürt. Den Plakatwettbewerb gibt es mittlerweile seit zwölf Jahren. Insgesamt haben seit 2010 rund 115 000 Schülerinnen und Schüler an der Aktion teilgenommen, die im Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung als beispielhafte Präventionskampagne genannt wird. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen wie beispielsweise den internationalen Deutschen PR-Preis.

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