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Neues Leben für ein altes Gemäuer. Dafür engagieren sich seit Jahren die Schlosspatrioten. Nun wird das Engagement mit dem deutschen Preis für Denkmalschutz belohnt.

Denkmalschutz

Schlosspatrioten erhalten silbernen Lohn für vollen Einsatz

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Seit Jahren setzen sich die Schlosspatrioten in Homberg mit viel Liebe für den Erhalt des alten Gemäuers ein. Im Oktober erhalten sie eine hohe Auszeichung, die "silberne Halbkugel."

Hessens Kunst- und Kulturministerin Angela Dorn gratulierte gestern schon einmal vorab zur Auszeichnung und zeigte sich stolz auf die Leistung der Vogelsberger. "Dass eine der sechs silbernen Halbkugeln, die das Nationalkomitee für Denkmalschutz in diesem Jahr vergibt, nach Hessen geht, ist eine wunderbare Würdigung für die Schlosspatrioten Homberg. Es ist die höchste Auszeichnung auf diesem Gebiet".

Das Nationalkomitee für Denkmalschutz würdigt das Engagement des Vereins, der die aus dem 16. Jahrhundert stammende und vom Verfall bedrohte Burg (Schloss genannt) gerettet hat. Die Aktiven haben es ermöglicht, dass sich das Gelände und das Gebäude zu einem neuen kulturellen Mittelpunkt in der Region entwickelt haben. Die Mitstreiter im Verein haben sich beharrlich für Restaurierung, Erhaltung und Pflege des Schlosses Homberg und seiner Außenanlagen eingesetzt. Damit hätten sie die Anerkennung mehr als verdient, sagte Dorn. "Ich freue mich mit dem Verein. Kulturdenkmale stiften Identität. Es es ist schön zu sehen, dass viele Bürgerinnen und Bürger sich engagieren. Der Einsatz von Vereine, Initiativen und Einzelpersonen ist essenziell für die Denkmalpflege."

Das Land hatte die Arbeit des Schlosspatrioten Homberg an der Ohm bereits 2017 mit dem Ehrenamtspreis des Hessischen Denkmalschutzpreises gewürdigt.

Das Nationalkomitee für Denkmalschutz begründet die Preisvergabe an die Mittelhessen so: "Das hohe und vorbildliche Engagement der Schlosspatrioten geht inzwischen weit über Denkmalschutz und Denkmalpflege hinaus und ist zum sozialen Kitt in Homberg geworden. Es hat eine Strahlkraft ins weite Umland entwickelt. Das Schloss, eine bis ins Frühmittelalter zurückreichende Höhenburg, wurde nach einer wechselvollen Geschichte mit Zerstörungen im dreißigjährigen Krieg und Abbrüchen im 19. Jahrhundert durch den unermüdlichen Einsatz der Schlosspatrioten zum Bürgerschloss. Sie warben Geldmittel in erheblichem Maße ein, erstellten mit der Stadt ein Nutzungskonzept und begannen mit der Sanierung. Neun Arbeitskreise erforschen und dokumentieren die Geschichte des Schlosses, arbeiten in der Schlosswerkstatt, im Café und dem Biergarten, organisieren und begleiten Feste und Empfänge, engagieren sich in Landschafts- und Naturpflege, bereichern das kulturelle Leben der Stadt oder begeistern mit den Schlosskids die nächste Generation."

Die silbernen Halbkugeln werden seit 1979 jährlich an Personen oder Gruppen vergeben, die einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Rettung von Gebäuden, Ensembles, Altstadtkernen, Dörfern und archäologischen Denkmälern geleistet haben.

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