Die Sache mit dem "Stolz"

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Das hätte sich Bürgermeisterin Claudia Blum Anfang der Woche nicht träumen lassen, welcher Medienrummel in diesen Tagen über sie hereinbricht. Ab Dienstagmittag gingen Anfragen von Reportern aus ganz Deutschland im Rathaus ein: Alle wollten eine Stellungnahme zum Hacker-Fall.

Das hätte sich Bürgermeisterin Claudia Blum Anfang der Woche nicht träumen lassen, welcher Medienrummel in diesen Tagen über sie hereinbricht. Ab Dienstagmittag gingen Anfragen von Reportern aus ganz Deutschland im Rathaus ein: Alle wollten eine Stellungnahme zum Hacker-Fall.

Blum verteidigte ihre Heimatstadt als ruhigen Ort, an dem das Verbrechen keinen Platz hat. Es gehe im vorliegenden Fall nicht um ein kapitales Verbrechen wie Mord oder Totschlag, hat sie laut Redaktionsnetzwerk Deutschland gesagt. Und dass es vor Ort einen gewissen Stolz gebe, "dass es jemand war, der von hier kommt".

Darauf verwendete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" die Überschrift, die Bürgermeisterin sei "stolz darauf, dass der Hacker aus Homberg kommt". Das wurde vom Magazin später zurückgenommen. Da war die Meldung aber schon rundgegangen und die Bürgermeisterin sah sich doch einiger harscher Kritik ausgesetzt.

Blum erklärte gegenüber dieser Zeitung Folgendes: "Ich habe definitiv nicht gesagt, dass ich stolz auf den Hacker bin und ich habe ihn auch nicht gelobt. Ich habe gesagt, dass es eine Straftat ist und man das auch nicht verharmlosen darf." Man habe sie falsch zitiert und das Gesagte aus dem Zusammenhang gerissen.

Sie räumte aber ein, sie könne sich nicht mehr genau an den Wortlaut des Gesagten erinnern. Das Wort "stolz" verwende sie eher selten bis gar nicht. Es sei ihr darum gegangen, die allgemeine Stimmung in der Stadt zu beschreiben und dass es in Zusammenhang mit dem Fall nicht ausschließlich negative Aspekte gebe.

Unterdessen wurde bekannt, dass vom Datenklau auch heimische Politiker betroffen waren, darunter der CDU-Landtagabgeordnete Kurt Wiegel und der EU-Politiker Udo Bullmann. Trotz des Trubels und der Berichterstattung hat Blum den Humor nicht ganz verloren: "Das Thema wird bestimmt bei den Faschingssitzungen wieder auftauchen", sagte sie dem HR. Der Aufruhr im Städtchen geht jedenfalls weiter, immer noch häufen sich in Homberg die Anfragen von Journalisten aus der ganzen Republik.

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